Akademie für Sprache und Dichtung: Büchnerpreis für Alexander Kluge - DER SPIEGEL
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Akademie für Sprache und Dichtung Büchnerpreis für Alexander Kluge

Der angesehene Georg-Büchner-Preis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Darmstadt - Die Entscheidung gab die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt) am Sonntag in Jena nach ihrer Frühjahrstagung bekannt. Der bedeutendste deutsche Literaturpreis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird auf der Herbsttagung der Akademie am 25. Oktober in Darmstadt überreicht.

Der vielseitige Intellektuelle Alexander Kluge wurde 1932 in Halberstadt als Sohn eines Arztes geboren und lebt heute in München. Der promovierte Jurist studierte zusammen mit Jürgen Habermas bei Theodor Adorno in Frankfurt/Main sowie Geschichte und Kirchenmusik. Danach absolvierte er ein Volontariat bei Regisseur Fritz Lang.

Kluge drehte zahlreiche Kinofilme und Kulturmagazine im Fernsehen. Nach ersten Kurz- und Dokumentarfilmen wurde er mit Edgar Reitz und Peter Schamoni als Initiator des "Oberhausener Manifests" zum Erneuerer des deutschen Films. In Büchern wie Filmen verknüpft Kluge dokumentarische Ausschnitte mit gedanklichen Zusammenhängen. Schneller als andere erkannte Kluge die innovativen Möglichkeiten des Massenmediums Fernsehen, das von der 68er Generation eher skeptisch betrachtet wurde.

International erfolgreich wurden seine beiden Spielfilme "Abschied von gestern" (1966) und "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" (1968). Für sein literarisches Werk erhielt er unter anderem den Fontane-, den Lessing- und den Ricarda-Huch-Preis. Zu seinen Arbeiten zählen "Lebensläufe" (1962), "Schlachtbeschreibung" (1964), "Gelegenheitsarbeit einer Sklavin" (1975) und "Die Patriotin" (1979). Im Jahr 2000 erschien sein erzählerisches Gesamtwerk als zweibändige "Chronik der Gefühle".

Mit seiner Firma DCTP (Development Company for Television Programs) produziert Kluge kulturelle "Fensterprogramme" für die TV-Sender RTL, Sat1 und Vox.

Der Büchner-Preis wird seit 1923 verliehen. Zu den Preisträgern gehören Friedrich Dürrenmatt, Erich Kästner, Botho Strauß, Günter Grass, Wolf Biermann, George Tabori und Wolfgang Hilbig.

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