Aktionskünstler in Rage: Massenmörder Osterhase - DER SPIEGEL
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Aktionskünstler in Rage Massenmörder Osterhase

Sie sehen harmlos aus - aber Ostereier sind tückisch: Weil der Osterhase für die Verteilung der Kalorienbomben zuständig ist, zeigte ein Berliner Künstler den Hasen an. Er sei Schuld an der Vernichtung der Menschheit.
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Dresden - Der Berliner Aktionskünstler Karl-Friedrich Lentze habe Anzeige gegen den Osterhasen wegen Verdachts der schweren Körperverletzung in Verbindung mit besonderer Heimtücke zur Befriedigung seiner niedersten Instinkte gestellt, sagte Christian Avenarius, Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Lentze begründete die Anzeige damit, dass der Osterhase jedes Jahr zu Ostern riesige Mengen an gut getarnten Cholesterin- und Kalorienbomben verteile. Bunt bemalte und harmlos aussehende Schoko- oder Marzipaneier, teilweise mit Alkohol gefüllt, seien Schuld an vielen Krankheiten. "Sie verführen uns, die schnell willenlosen Opfer." Dieser Hase mache "uns also ganz bewusst süchtig", hieß es weiter. Die Folge seien Herzinfarkte, Fettleibigkeit und Schlaganfälle. Ein Großteil der Menschheit werde vernichtet.

Der Osterhase sei ein sadistischer Überzeugungstäter, der die Sehnsucht des Menschen nach Süßem und Buntem skrupellos ausnutze, schrieb der Künstler Lentze weiter.

Manche Regionen würden besonders unter den heimtückischen Verführungstechniken des Hasens leiden: In Sachsen habe der Osterhase sein Treiben perfektioniert, so Lentze. Sachsen sei das Zentrum des osterhasischen Verbrechens - die dort lebende Volksgruppe der Sorben hat besonders viele Osterbräuche erhalten.

"Suchen Sie diesen bösen Hasen, packen Sie ihn an seinen langen Löffeln und ziehen Sie ihn noch rechtzeitig vor Ostern aus dem Verkehr", forderte der Künstler die Anklagebehörde auf.

Der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius, versuchte Ernsthaftigkeit zu demonstrieren: "Wir werden diese Anzeige mit großem Nachdruck und großem Eifer verfolgen." Auch für Osterhasen gelte zunächst die Unschuldsvermutung sagte Avenarius im Interview mit der "Dresdner Morgenpost". Sollte sich der Fall tatsächlich Richtung Ostsachsen verlagern, würde die Akte nach Bautzen abgegeben. In Ostsachsen sind die sorbischen Osterbräuche besonders verbreitet.

anr/AP