Aktionskunst Unspektakulärer Kuh-Abwurf
Berlin - "Das Ganze war recht unspektakulär", sagte ein Beobachter nach der nur wenige Minuten dauernden Veranstaltung am Donnerstagabend. Der österreichische Künstler verteidigte seine Performance anschließend vor Journalisten. "Das Tier wäre auch sonst getötet worden. Es ist vorher sozusagen noch zu Ehren gekommen durch diese Aktion", erklärte er. Es sei klüger, an das Keulen von Hunderttausenden von Rinden zu denken, als ihm Vorwürfe zu machen. Die Kritik von Tierversuchsgegnern sei nicht berechtigt, da es sich nicht um eine lebende Kuh, sondern einen Kadaver gehandelt habe.
Flatz hatte mit seinem Projekt bereits im Vorfeld heftige Proteste hervorgerufen. Die Gegner der Aktion, die vor einem Kulturzentrum im Stadtteil Prenzlauer Berg stattfand, protestierten vor Ort aber nur mit rund 15 Teilnehmern und einigen Plakaten.
Das Rind, das extra für die Aktion getötet worden war, fiel aus 40 Metern Höhe in eine Grube auf einem Baustellengelände. Beim Aufprall explodierten in seinem Innern Feuerwerkskörper. Performancekünstler Wolfgang Flatz seilte sich gleichzeitig nackt und blutend von einem Kran ab. Zuvor präsentierte seine Band ein neues Musikstück mit dem Namen "Fleisch". Die Aktion wurde unter anderem von Zigaretten- und Bierherstellern gesponsert.
Mit der Aktion, die für ihn Kunst darstellt, wollte Flatz die Angst der Menschen vor der Begegnung mit Fleisch veranschaulichen. Ein Antrag auf gerichtlichen Stopp des Projektes war zuvor auch in zweiter Instanz gescheitert. Gegen die Performance geklagt hatte ein 13 Jahre altes Mädchen. Das Oberverwaltungsgericht urteilte, die 13-Jährige sei nicht gezwungen, sich diese für sie unzumutbare Aktion anzusehen.