Alles außer Fußball!: Mongo, mon amour - DER SPIEGEL
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Alles außer Fußball! Mongo, mon amour

Wiederholungen im Fernsehen sind doof? Ja, klar. Aber die grandiose "Polizeiruf 110"-Folge "Rosis Baby" kann man gar nicht oft genug sehen. Wer also Jogi Löws Truppe nicht dabei zusehen will, wie sie gegen die Nationalmannschaft aus Down Under kickt: einschalten!
Szene aus "Polizeiruf 110: Rosis Baby": Verzicht auf Behindertenschmonzes
Szene aus "Polizeiruf 110: Rosis Baby": Verzicht auf Behindertenschmonzes

Szene aus "Polizeiruf 110: Rosis Baby": Verzicht auf Behindertenschmonzes

Foto: BR
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Endlich Anschluss fand der soziopathische Kommissar Tauber (Edgar Selge) 2008 in dieser "Polizeiruf"-Folge, die so phantastisch ist, dass sie gar nicht oft genug wiederholt werden kann: "Na sauber, ein Mongo!" murrt der einarmige Griesgram noch am Anfang, als er der Tatzeugin mit Trisomie 21 (Juliana Götze in ihrem grandiosen Filmdebüt) begegnet; später belegt er mit ihr einen Tanzkurs und fühlt sich beinahe schon amourös zu ihr hingezogen.

Der große Andreas Kleinert ("Als der Fremde kam") verzichtete hier auf jeglichen öffentlich-rechtlichen Behindertenschmonzes und Integrationsmummenschanz und erzählte stattdessen die Geschichte einer sonderbaren Annäherung: Die liebesbedürftige Rosi wirft sich sehnsuchtsvoll dem traurigen Ermittler in die Arme, und der sieht sich genötigt, sie auf ihre Behinderung hinzuweisen, während er selbst stärker als in allen anderen Folgen mit der eigenen Versehrtheit konfrontiert wird.

Um es mit den Eingangsworten des Kommissars zu sagen: Der "Mongo" ist hier natürlich Tauber selbst. Christian Buß


"Polizeiruf 110: Rosis Baby", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD