André Glucksmann: Ehemaliger überzeugter Marxist ist gestorben - DER SPIEGEL
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Französischer Philosoph André Glucksmann ist gestorben

Der Philosoph und Essayist André Glucksmann war erst Marxist und militanter Maoist, dann Totalitarismuskritiker. Jetzt ist der Franzose im Alter von 78 Jahren gestorben.
André Glucksmann (Archiv): Ehemaliger überzeugter Marxist
André Glucksmann (Archiv): Ehemaliger überzeugter Marxist

André Glucksmann (Archiv): Ehemaliger überzeugter Marxist

Foto: © Eric Gaillard / Reuters/ REUTERS
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Der französische Philosoph André Glucksmann ist tot. Der Intellektuelle starb am Montagabend im Alter von 78 Jahren, wie sein Sohn Raphaël Glucksmann am Dienstag auf Facebook mitteilte. "Mein erster und bester Freund ist nicht mehr", schrieb der Regisseur.

Glucksmann gehörte wie auch Bernard-Henri Lévy der Bewegung der "Neuen Philosophen" an. Er war überzeugter Marxist und militanter Maoist und nahm an den Mai-Demonstrationen 1968 in Paris teil.

In seinem Buch "Köchin und Menschenfresser - Über die Beziehung zwischen Staat, Marxismus und Konzentrationslager" entwickelte er aber eine grundlegende Kritik des Totalitarismus. Beeinflusst von Alexander Solschenizyns Buch "Der Archipel Gulag" rechnete er mit Marxismus, Stalinismus und der Geschichte der Sowjetunion ab. Wegen seiner Vergangenheit als Marxist sorgte das Buch - auch in Deutschland - für viel Aufsehen.

In Deutschland sind von ihm neben "Köchin und Menschenfresser" die Bücher "Philosophie der Abschreckung" und "Hass - Die Rückkehr einer elementaren Gewalt" erschienen. Immer wieder mischte er sich zudem in gesellschaftliche Debatten ein und forderte westliche Staaten auf, zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten zu intervenieren.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande würdigte Glucksmann als Verteidiger der Unterdrückten. Er habe sich immer für das Leiden der Völker eingesetzt und nie vor der Fatalität der Kriege resigniert, teilte Hollande auf Twitter mit.

mka/dpa/AFP