ARD-Vertrag Trubel um Jauch
Hamburg - "Da muss sich die ARD wirklich auf Standards einigen, damit wir nach außen kein Imageproblem kriegen", sagte die designierte WDR-Intendantin Monika Piel im WDR-Radio. Manches werde auch bei der ARD möglich sein, "andere Werbeformen könnte ich persönlich mir nicht vorstellen". Es mache immerhin einen Unterschied, ob Jauch eine Show oder eine politische Talkrunde moderiere. Wenn man zum Beispiel für Banken oder Versicherungen werbe, könnte sich daraus in einer Politiksendung durchaus ein Interessenkonflikt ergeben.
Piel wies außerdem darauf hin, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk Stars wie Jauch oder Harald Schmidt systematisch aufgebaut habe, ehe sie ins Privatfernsehen wechselten. Generell begrüße sie es, wenn Stars zur ARD zurückkämen, "aber vielleicht müssen wir auch öfter daran erinnern, dass sie eigentlich unsere Gewächse sind".
Der 50-jährige Journalist, Sportreporter und Showmoderator Jauch ist unter anderem bei einer Biermarke und der Süddeutschen Klassenlotterie unter Vertrag. Er soll selbst vorgeschlagen haben, gegebenenfalls mit dem Sender zu besprechen, welche Werbeangebote seine Glaubwürdigkeit in der Polit-Talkshow beschädigen könnten.
In der ARD war auch Talkmaster Reinhold Beckmann in die Kritik geraten, weil er Werbung für einen Versicherungskonzern gemacht hatte, ohne den Sender vorab zu informieren.
Auch wenn Jauch im nächsten Jahr seinen Dienst bei der ARD antritt, soll er weiterhin für RTL Sendungen wie "Wer wird Millionär?", "5 Millionen SKL Show" oder "Stern TV" moderieren. Er ließ aber offen, ob er die Sendungen tatsächlich weiterführen werde, denn auch hier könnte es Interessenskonflikte mit dem ARD-Talk geben. Als "Stern TV"-Nachfolger brachte die "Süddeutsche Zeitung" schon den ZDF-Talker Johannes B. Kerner ins Spiel. Auch der RTL-Moderator Oliver Geißen sei für diesen Job im Gespräch.
Voraussichtlich Anfang nächster Woche werden die neun Intendanten der Landesrundfunkanstalten und Programmdirektor Günter Struve über einen Entwurf von Jauchs Vertrag beraten. Details wurden bereits bekannt, blieben allerdings von den Beteiligten unkommentiert. Die Verhandlungen lösten ARD-intern hitzige Debatten aus.
amg/dpa/ddp