Arte-Reporter: Freiheit statt Todesstrafe - DER SPIEGEL
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Arte-Reporter Freiheit statt Todesstrafe

Die beiden im Niger inhaftierten Journalisten des TV-Senders Arte sollen gegen Kaution freikommen und nach Frankreich ausreisen dürfen. Das freut sogar Präsident Sarkozy - selbst wenn der wenig Verständnis für die Arbeit der Reporter zeigte.
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Paris/Niamey - Der Reporter Thomas Dandois und sein Kameramann Pierre Creisson dürfen aufatmen. Beide würden "wahrscheinlich" noch am Freitag aus der Haft im Niger entlassen, sagte ihr Anwalt William Bourdon in Paris. Das Journalistennetzwerk Reporter ohne Grenzen teilte mit, der zuständige Untersuchungsrichter in der westafrikanischen Republik habe die Freilassung gegen eine Kaution von jeweils rund 15.000 Euro gebilligt.

Anwalt Bourdon sagte, das Geld sei umgehend überwiesen worden. Das Verfahren gegen die beiden Journalisten laufe zwar weiter, die Verteidigung werde jedoch auf eine Einstellung plädieren. In Justizkreisen in der nigrischen Hauptstadt Niamey hieß es derweil, wenn die Kaution gezahlt sei, könnten die Journalisten in ihre Heimat ausreisen. Laut Reporter ohne Grenzen erhielten beide bereits ihre Reisepässe zurück.

Die Reporter waren am 17. Dezember im Norden des Landes festgenommen worden, wo sie trotz eines Behördenverbots über einen Aufstand von Tuareg-Rebellen berichten wollten. Sie wurden der "Untergrabung der Staatssicherheit" angeklagt, wofür im Niger die Todesstrafe verhängt werden kann.

Der Fall erregte besonderes Aufsehen, weil Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Inhaftierung indirekt zu billigen schien, da er die Journalisten kritisiert hatte, auf ihrer Recherchereise nigrisches Gesetz gebrochen zu haben: "Man darf nicht das Gesetz brechen, weil man Journalist ist." Gewisse Journalisten gingen Risiken ein, "die nichts mit dem Ideal ihres Berufs zu tun haben".

Der französische Journalistenverband SNJ CGT warf Sarkozy daraufhin vor, "Wasser auf die Mühlen der nigrischen Behörden" geschüttet zu haben. Es gehe um die Pressefreiheit - und um das Recht der Journalisten, ihre Arbeit überall in der Welt ausüben zu können. Wegen Sarkozys wenig ermutigender Einlassungen hatte der Verband diese Woche die Europäische Union und die Vereinten Nationen aufgerufen, sich für die Kollegen einzusetzen.

Sarkozy begrüßte heute die Entscheidung, die beiden Journalisten freizulassen. Wie ein Élysée-Sprecher in Paris mitteilte, habe Sarkozy mit seinem nigrischen Amtskollegen Tandja Mamadou telefoniert, um sich für die beiden Journalisten einzusetzen.

tdo/AFP/dpa

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