Ausstellung abgesagt Keine Kriegsbilder
Chemnitz - Das Schlossbergmuseum in Chemnitz hat die umstrittene Ausstellung mit Kriegsbildern des Malers und Schriftstellers Lothar-Günther Buchheim abgesagt. Grund seien jedoch nicht die öffentlichen Auseinandersetzungen um die Kommandantenbilder des Künstlers. "Wir verteidigen die Ausstellung nachdrücklich", sagte Museumsdirektor Thomas Schuler. Buchheim selbst habe die Absage zu verantworten, weil er am Montag unerwartet die Katalogtexte in nicht vertretbarer Weise geändert und zudem mehr Geld gefordert habe.
Als Reaktion auf die Absage der Ausstellung hat Buchheim die von seiner Heimatstadt Chemnitz verliehene Ehrenbürgerwürde zurückgegeben. Die Absage sei eine "atemraubende Schändlichkeit", die er von seiner Heimatstadt Chemnitz erfahre, sagte der Maler. Die Begründung wies er als "verlogen" zurück.
Die Museumsleitung habe sich zur Absage entschieden, da Buchheim vier von fünf historischen Passagen aus dem Katalog streichen wollte, die zum Verständnis und zur Einordnung der 70 Werke des Malers unbedingt nötig seien. Mit der öffentlichen Diskussion um die Kommandantenbilder und Buchheims Vergangenheit und Rolle während des Zweiten Weltkriegs habe sie definitiv nichts zu tun, betonte Schuler.
Unter anderem hatte das ARD-Magazin "Titel, Thesen, Temperamente" den Ausstellungsmachern eine romantisierende Darstellung des Krieges vorgeworfen. Die Ausstellung könne zum Anziehungspunkt für Rechtsradikale werden, hieß es.
Buchheim wies die Vorwürfe der Kriegsverherrlichung zurück. "Ich finde es absurd, dass Erfahrungen und Beobachtungen aus dem Krieg, die in meinen Büchern und in dem Film 'Das Boot' international akzeptiert worden sind, in meinen Zeichnungen nun plötzlich als kriegsverherrlichend diffamiert werden", sagte er.