Rekorderlös für Bacon Die teuersten Bilder der Welt
Hamburg - Auf dem Kunstmarkt ist es ein bisschen wie auf dem Transfermarkt, die Ablösesummen gehen so langsam ins Unermessliche, eine Rekordsumme jagt die andere. Nun kam für 142,4 Millionen Dollar das Triptychon "Three Studies of Lucian Freud" des irischen Malers Francis Bacon bei Christie's unter den Hammer. Damit ist es offiziell das bislang am teuersten verkaufte Gemälde der Welt.
Bacon setzt sich mit seinem dreiteiligen Gemälde damit posthum an die Spitze einer illustren Gesellschaft und verdrängt das Bild "No. 5" von Action-Painter Jackson Pollock auf Platz zwei, das 2006 für 140 Millionen über den Tisch ging. Es wurde allerdings nicht versteigert, sondern via Sotheby's privat verkauft - und zwar von Musik- und Filmproduzent David Geffen.
Auf Platz drei und vier folgen ebenfalls Privatverkäufe. "Woman III" von Willem de Kooning, für 137,5 Millionen Dollar ebenfalls von Geffen veräußert, und Gustav Klimts "Adele Bloch-Bauer I" von der berühmten Kunsthändlerin Maria Altmann an die Neue Galerie New York - für 135 Millionen Dollar.
Platz fünf der teuersten Verkäufe belegt "Der Schrei" von Edvard Munch. Im Mai 2012 wurde das Gemälde bei Sotheby's in New York für 119,9 Millionen Dollar versteigert. Es ist damit das zweitteuerste Gemälde, das bei einer Versteigerung veräußert wurde.
Die aktuelle Top Ten der teuersten Gemälde der Welt sehen Sie hier - (oder klicken Sie sich durch unsere Fotostrecke).
- "Three Studies of Lucian Freud" (1969) von Francis Bacon, 2013 versteigert für 142,4 Millionen Dollar
- "No. 5" (1948) von Jackson Pollock, 2006 verkauft für 140 Millionen Dollar
- "Woman III" (1953) von Willem de Kooning, 2006 verkauft für 137,5 Millionen Dollar
- "Adele Bloch-Bauer I" (1907) von Gustav Klimt, 2006 verkauft für 135 Millionen Dollar
- "Der Schrei" (1895) von Edvard Munch, 2012 versteigert für 119,9 Millionen Dollar
- "Akt mit grünen Blättern und Büste" (1932) von Pablo Picasso, versteigert 2010 für 106,5 Millionen Dollar
- "Junge mit Pfeife" (1905) von Picasso, 2004 versteigert für 104,2 Millionen Dollar
- "Dora Maar mit Katze" (1941) von Picasso, 2006 versteigert für 95,2 Millionen Dollar
- "Adele Bloch-Bauer II" (1912) von Gustav Klimt, 2006 versteigert für 87,9 Millionen Dollar
- "Orange, Red, Yellow" (1961) von Mark Rothko, 2012 versteigert für 86,9 Millionen Dollar
Die Aussagekraft der Liste ist allerdings begrenzt. Der Verkaufspreis zeigt nur den Wert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Inflation wird nicht berücksichtigt. So entspräche der Verkaufspreis von 140 Millionen Dollar Pollocks "No. 5" heute, also sieben Jahre nach dem Verkauf, inflationsbereinigt mehr als 160 Millionen Dollar.
Viele der Gemälde, die inzwischen abgerutscht sind, standen früher selbst an der Spitze. Picassos "Junge mit der Pfeife" und Klimts "Adele-Bloch Bauer I" waren zum Zeitpunkt ihrer Veräußerung die teuersten Gemälde der Welt. Und auch Rembrandts "Mühle", die 1911 inflationsbereinigt für 13,1 Millionen Dollar verkauft wurde.
Mit den All-Time-Top-Ten hat er noch nichts zu tun, aber Kitsch-Großmeister Jeff Koons ist frischgebackener teuerster lebender Künstler der Welt. 58,4 Millionen Dollar brachte sein stählern glänzender "Balloon Dog" am Dienstag bei Christie's ein. Damit verdrängte Koons Gerhard Richter , dessen Werk "Domplatz, Mailand" im Mai für 37,1 Millionen Dollar bei Sotheby's versteigert worden war.