Banksys Unterhaus-Satire Es ist düster geworden im Parlament der Affen
"Devolved Parliament", das Banksy-Gemälde in der Version von 2019
Foto: Banksy/ Sothebys/ Bristol CultureKaum eine Woche scheint zu vergehen, ohne dass der britische Street-Art-Künstler Banksy für Furore sorgt. Mal wird ein Straßenschild mit einem "Banksy" darauf geklaut, mal gleich ein ganzer Schwung seiner Werke versteigert. Nachdem Mitte September innerhalb von zwei Wochen gleich drei Auktionen mit Banksy-Werken stattfanden, ist für den 3. Oktober schon die nächste Versteigerung beim britischen Auktionshaus Sotheby's angekündigt - nur wenige Wochen vor dem (derzeitigen) Brexit-Termin am 31. Oktober.
Dieses Mal wird das Werk "Devolved Parliament" (etwa: Delegiertes Parlament) feilgeboten, das der Künstler 2009 für das Bristol City Museum und die Ausstellung "Banksy vs. Bristol Museum" unter dem Namen "Question Time" schuf. 2011 wurde das Gemälde von Banksy anonym verkauft und Anfang 2019 von seinem Besitzer anlässlich des zehnjährigen Bild-Jubiläums und des ursprünglich geplanten Brexit-Termins am 29. März wieder an das Museum verliehen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das 4,5 Meter breite und 2,8 Meter hohe Leinwandgemälde zeigt das britische Unterhaus voller Schimpansen. Den Auktionswert des Bildes schätzt Sotheby's auf umgerechnet 1,7 bis 2,2 Millionen Euro. Für einen einzelnen Banksy ist das ein ungewöhnlich hoher Preis. So lag die Gesamtsumme der September-Auktionen der beiden Auktionshäuser Christie's und Sotheby's bei umgerechnet etwa 3 Millionen Euro.
Noch im März dieses Jahres kommentierte Banksy "Devolved Parliament" auf seinem Instagram-Profil mit einem Verweis auf den Tag des Brexits und den Worten "Jetzt lacht ihr vielleicht, aber eines Tages wird niemand mehr das Sagen haben".
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Nun berichten die "New York Times" und die "Süddeutsche Zeitung" , dass genaue Beobachter bei einem Vergleich von Fotos des Werkes aus dem Bristol Museum von 2009 und aktuellen Katalog-Aufnahmen herausgefunden haben, dass sich auf dem Gemälde einige Dinge verändert haben. Sofort fällt auf: Es ist düster geworden im Unterhaus, die Kronleuchter am oberen Bildrand erhellen nicht länger den Raum.
Die aktuelle, schummrige Variante.
Foto: Banksy/ Sothebys/ Bristol Culture
Die ursprüngliche Version des Gemäldes.
Foto: mauritius images/ Alamy/ Frederick Wood ArtDen Parlamentsbänken wurden weitere Schnitzereien hinzugefügt, und die Banane, die der Schimpanse vorne links im Bild hält, ist mittlerweile braun und hängt schlaff herunter, wo sie in der Vorversion noch gelb war und nach oben zeigte.
Neues Bild. Alte Banane.
Foto: Banksy/ Sothebys/ Bristol Culture
Altes Bild. Frische Banane.
Foto: mauritius images/ Alamy/ Frederick Wood ArtIst das ein PR-Gag oder ein neues politisches Statement? Sotheby's hatte die Veränderung im Bild zunächst nicht in seinem Onlinekatalog vermerkt und erst auf Nachfrage der "New York Times" erklärt, dass dem Haus die veränderten Details bekannt seien. Die Firma "Pest Control", Banksys Stelle für Echtheitsüberprüfungen seiner Werke, bestätigte, dass es sich um dasselbe Gemälde handle. Ob Banksy die Änderungen selbst vollzogen hat, ist bislang nicht bestätigt.