Bauer Verlag: Aufschwung ins Internet - DER SPIEGEL
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Bauer Verlag Aufschwung ins Internet

Neue Frauenzeitschrift, multimedialer Ausbau bestehender Marken und der lange verschobene Internetauftritt des Jugendmagazins "Bravo": Die Hamburger Verlagsgruppe Bauer will auf Wachstumskurs bleiben.
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Hamburg - In diesem Jahr wird der Umsatz nach vorläufigen Zahlen von 3,086 Milliarden Mark im Vorjahr auf 3,116 Milliarden Mark (1,6 Milliarden Euro) steigen. Die Zahlen legte das Unternehmen am Donnerstag bei seiner Jahrespressekonferenz in Hamburg vor. Verleger Heinz Bauer kündigte für das Frühjahr 2001 eine neue Frauenzeitschrift unter dem Namen "Vida" an.

Angesichts der Papierknappheit auf den internationalen Märkten rechnet der Verleger im nächsten Jahr allerdings mit Preiserhöhungen auch bei den Verlagsobjekten. Die Papierpreiserhöhung sei so hoch, "dass man das nicht einfach wegstecken kann". In welchem Umfang sie an die Leser weitergegeben wird, konnte er angesichts der derzeit laufenden Verhandlungen über Lieferantenkontrakte noch nicht sagen. "Der Wettbewerb wird den Preisanstieg begrenzen", ergänzte Bauer. Der Verlag benötigt jährlich rund 200.000 Tonnen Papier.

Die Verlagsgruppe hat nach den Worten von Manfred Braun, einem der drei Geschäftsführer, in den drei Bereichen Programmzeitschriften, Frauen- und Jugendzeitschriften ihre Position ausgebaut. Bei den Programmzeitschriften ("TV Movie", "TV 14") dominiere der Verlag gemessen an der verkauften Auflage mehr als die Hälfte des Marktes (53 Prozent). Mit 1,7 Millionen verkauften Exemplaren habe "TV 14" in diesem Jahr einen erfolgreichen Start verzeichnet, sagte Braun. Das komme angesichts des harten Wettbewerbs in heutiger Zeit nicht mehr so häufig vor. Bei "TV Movie" könne er sich vorstellen, die Marke auf andere Medienfelder - beispielsweise auf eine CD-Reihe mit Filmmusiken - zu übertragen. Fast alle Marken werden den Ausführungen zufolge derzeit auf ihre Umsetzbarkeit für Fernsehen, Musik und Internet-Formate abgeklopft.

Die Frauenzeitschriften ("Bella", "Tina", "Laura") haben nach Angaben Brauns einen Marktanteil von 20 Prozent. Einzelheiten zu dem neuen Objekt in diesem Segment wurden erwartungsgemäß noch nicht verraten. Bei Jugendzeitschriften sei die Verlagsgruppe mit einem Marktanteil von 50 Prozent derzeit tonangebend. Ziel sei es, die Marktführerschaft zu halten. Angesichts des Jugendmarktes mit seinen vielfältigen Angeboten werde es schwer sein, wieder eine Auflage von über einer Million Exemplare bei der "Bravo" (momentan rund 700.000 Exemplare mit sinkender Tendenz) zu erreichen, sagte Braun.

"In den nächsten sechs Monaten werden wir uns auf "Bravo.de" konzentrieren", sagte Bauer. Für den Internetauftritt der Zeitschrift sind bis 2002 rund 35 Millionen Mark veranschlagt. Das Jugendportal, dessen Start schon für dieses Jahr vorgesehen war, soll im Frühjahr 2001 kommen. Bauer begründete die Verzögerung mit langwierigen Verhandlungen mit Software-Lieferanten. "Wenn ich Investitionsgüter kaufe, bin ich es nicht gewohnt, dass man mir vorschreiben will, was man anschließend damit machen darf", sagte Bauer mit Blick auf die "New Economy". Sein Unternehmen wird seit 125 Jahren von der Familie geführt.

Der Hamburger Verlag bringt weltweit 101 Zeitschriften heraus, davon 71 Titel im Ausland. Das Auslandsgeschäft dient als Wachstumsmotor und wird den Angaben zufolge in diesem Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Mark zum Gesamtumsatz beisteuern. Allein in den USA sei der Umsatz in diesem Jahr um 20 Prozent nach 29 Prozent im Vorjahr gewachsen, berichtete Geschäftsführer Konrad Wiederholz ohne absolute Zahlen zu nennen.