Bayreuth: Wagner wehrt sich - DER SPIEGEL
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Bayreuth Wagner wehrt sich

Als "sachlich falsch und in der Interpretation vollkommen absurd" hat der Leiter der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele, Wolfgang Wagner, die massiven Vorwürfe der Sängerin Waltraud Meier zurückgewiesen.
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Bayreuth - Die weltweit begehrte Sopranistin hatte nach 17 Jahren ihren Abschied von den Bayreuther Festspielen bekannt gegeben und dies mit scharfer Kritik an der Festspielleitung verknüpft. Wagner erklärte nun in einer am Dienstagabend verbreiteten zweiseitigen Erklärung, dass es bei parallelen Auftritten Meiers sowohl in Bayreuth wie auch bei den Münchner Opernfestspielen zu nicht hinnehmbaren Überschneidungen zwischen den Hauptproben für die Bayreuther "Ring"-Oper "Die Walküre" und der Münchner Premiere der Oper "Die Trojaner" gekommen wäre. In beiden Produktionen wollte Meier tragende Rollen übernehmen.

Die Sängerin wird nach ihrem Rückzug nun nur noch in zwei Aufführungen der "Walküre" an der Seite von Placido Domingo auf dem "Grünen Hügel" zu erleben sein. Wagner beendete seine Erklärung mit einem Seitenhieb auf die von ihm seit 1983 geförderte und beim Bayreuther Publikum sehr populäre Würzburgerin: "Womöglich könnte es auf eine falsche Selbsteinschätzung deuten, wenn Waltraud Meier der Ansicht sein sollte, die Bayreuther Festspiele würden um ihre Persönlichkeit herum geplant." In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" nahm auch Meier noch einmal Stellung zu dem Vorgang, der auch im Ausland für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte. Sie kritisierte erneut den Umgang Wagners mit ihr und machte deutlich, eine Lösung für die Terminüberschneidungen wäre durchaus möglich gewesen. Die Sängerin zeigte sich grundsätzlich bereit zu einer Rückkehr nach Bayreuth. Auf die Frage, was sich dort zuvor ändern müsste, antwortete Meier jedoch: "Viel zu viel. Es müsste ein Wunder geschehen."