Behinderten-Statue in London: "Symbol für Schönheit" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Behinderten-Statue in London "Symbol für Schönheit"

Auf dem Londoner Trafalgar Square ist heute die Statue einer schwangeren, nackten Frau mit körperlichen Behinderungen enthüllt worden. Der Bildhauer sieht sein Werk als "Reverenz an die Weiblichkeit", die porträtierte Künstlerin will vor allem mit Vorurteilen aufräumen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Die Marmorstatue sitzt auf einem Sockel im Schatten des mächtigen Admirals Horatio Nelson mitten in London, mitten auf dem Trafalgar Square. 18 Monate lang soll die 3,5 Meter hohe Darstellung der ohne Arme und mit verkürzten Beinen geborenen Künstlerin Alison Lapper zu sehen sein. Das 13 Tonnen schwere Kunstwerk wurde von dem britischen Bildhauer Mark Quinn geschaffen.

Fotostrecke

Mutige Kunst: Die Venus von London

Foto: AFP

Londons Oberbürgermeister Ken Livingstone pries die Darstellung der "modernen Heroin" als ein für London passendes "großartiges Symbol für Mut, Schönheit und trotzigen Widerstand". Bildhauer Quinn wollte sein Werk als "moderne Reverenz an Weiblichkeit, körperliche Behinderung und Mutterschaft" verstanden wissen, wie er am Donnerstag erläuterte. Die Dargestellte selbst würdigte, dass die Skulptur eine Behinderte zeige. "Man hat uns zu lange weggesteckt. Es wird Zeit, dass die Leute mit ihren Vorurteilen konfrontiert werden", meinte sie.

An Stelle der Lapper-Statue soll im Jahr 2007 auf dem Sockel ein Werk des deutschen Installationskünstlers Thomas Schütte gezeigt werden. Sein "Hotel For The Birds" ist aus Plexiglas gemacht. Schütte hatte einen internationalen Künstlerwettbewerb für die Ausgestaltung des Platzes vor der Londoner Nationalgalerie gewonnen.