Berlin: Hildegard Knef ist tot - DER SPIEGEL
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Berlin Hildegard Knef ist tot

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Nachkriegskinos ist tot: Die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef ist im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit in Berlin gestorben.
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Entsprechende Informationen der SFB-Abendschau bestätigte am Freitag der Chefarzt der Berliner Lungenklinik Heckeshorn, Robert Loddenkemper, gegenüber der dpa. Knef starb am Freitag um zwei Uhr morgens an den Folgen einer akuten Lungenentzündung. Erst am Donnerstagmorgen sei sie in das Spezialklinikum eingeliefert worden. Einen Tag zuvor habe sie sich noch gut gefühlt, so der behandelnde Arzt.

Knef lebte in den vergangenen Jahren mit ihrem Mann Paul von Schell am Stadtrand von Berlin. Die populäre Schauspielerin hatte jahrelang mit Krebs und einer schweren Atemwegserkrankung zu kämpfen. Knef litt an einem schweren Lungenemphysem, einer Überblähung der Lunge, weswegen sie kaum noch atmen konnte. Schon mehrfach musste sie sich deshalb in dem Berliner Spezialklinikum behandeln lassen.

In ihrem ihrer letzten Interviews Ende vergangenen Jahres schilderte sie ihren schlechten Gesundheitszustand: Sie sitze im Rollstuhl, über einen Nasenschlauch werde ihr Sauerstoff zugeführt, erzählte sie. Die extreme Verschlechterung ihrer Lungenkrankheit sei unter anderem durch ein fehlendes Sauerstoffgerät bei einem Langstreckenflug von Los Angeles nach London im Frühsommer ausgelöst worden, berichtete die Diva der "Bild am Sonntag". Aus Atemnot fiel sie damals in ein dreiwöchiges Koma. Sie erteilte allen Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme ihrer Arbeit eine Absage: "Ich kann meinen Beruf nicht mehr ausüben." Sie habe im vergangenen Jahr "mehr durchgemacht, als ein Mensch sich vorstellen könne".

Hildegard Knef galt als eine der bedeutendsten deutschen Schauspielerinnen der Nachkriegszeit. Sie war als Tochter eines Prokuristen am 28. Dezember 1925 unter dem Taufnahmen Hildegard Frieda Albertine Knef in Ulm auf die Welt gekommen und wuchs in Berlin auf. Nach einer Ausbildung als Trickzeichnerin bei der Ufa und dem Besuch der Filmhochschule in Babelsberg spielte sie im ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" von Wolfgang Staudte als KZ-Insassin ihre erste Hauptrolle. Bekannt wurde sie 1951 mit dem Film "Die Sünderin": die kurze Nacktszene in diesem Film löste damals einen Skandal aus.