Berlin Jüdisches Museum wird eröffnet
Seit zwei Jahren ist der Bau in Kreuzberg fertig gestellt, nun soll am Abend das nach Entwürfen des US-Architekten Daniel Libeskind gebaute Museum in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau und Kanzler Gerhard Schröder feierlich eröffnet werden.
Der Direktor des Museums, Michael Blumenthal, sagte im Deutschlandfunk, das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland sei wegen des Holocausts noch immer verkrampft. Im Gegensatz zu den USA sei es in der Bundesrepubllik noch immer so, dass man daran erinnert werde, Jude zu sein - selbst man mit wohlwollenden Deutschen zusammenkomme.
Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, nannte die Einrichtung eines Jüdischen Museums in Deutschland "überfällig". Das Haus, das als leerer Bau bereits 500.000 Besucher anzog, werde zeigen, dass es zu kurz greife, Juden nur mit dem Holocaust gleichzusetzen, sagte er in einem ZDF-Interview.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte, es sei ein gewisser Durchbruch im Verhältnis von Juden und Christen zu erkennen. Gleichzeitig warnte er vor antisemitischen Tendenzen. "Ich spüre, dass der Bodensatz des Antisemitismus in Deutschland relativ hoch ist," sagte Lehmann im Südwestrundfunk. Wegen des Holocausts könne es in dieser Generation eine Unbefangenheit zwischen Christen und Juden nicht geben. Er schäme sich jedes Mal, wenn jüdische Friedhöfe geschändet würden.