Berliner Ensemble Peymann bleibt
Berlin - Peymann, seit Januar 2000 umstrittener und oft unbequemer Intendant des inzwischen wieder erfolgreichen Berliner Ensembles (BE), hatte mit seinem Weggang aus der Hauptstadt gedroht und seine Vertragsverlängerung von einer "soliden Finanzierung" seiner Bühne für die Zukunft abhängig gemacht. Gedroht hatte Peymann schon öfter und den Kulturpolitikern des Landes gerne vorgeworfen, dass sie gar nicht wüssten, was sie am BE - und somit auch an ihm - hätten. Kultursenator Thomas Flierl (PDS) scheint das jedoch sehr wohl zu wissen, denn mit einer Finanzzusage erreichte er am Dienstag, dass Peymann sich beruhigte und seinen Vertrag bis zum 31. Juli 2007 verlängerte.
Das Berliner Ensemble werde auch im nächsten Jahr einen Zuschuss von 10,6 Millionen Euro vom Land Berlin erhalten, erklärte Flierl. Über die künftige Zusatzfinanzierung durch die Lotto-Stiftung in Höhe von 2,8 Millionen Euro jährlich wird frühestens im September entschieden. Peymann hatte allerdings bereits im Vorfeld angekündigt, ab 2004 mit 0,77 Millionen Euro weniger Lotto-Mitteln als bislang auszukommen.
"Claus Peymann ist einer der wenigen Berliner Theaterdirektoren, der seinen Vertrag mit sich selbst geschlossen hat, denn er ist gleichzeitig Gesellschafter der privaten Berliner Ensemble (BE) GmbH und Intendant (Geschäftsführer) des BE", sagte Berlins Kultursenator. Die Entscheidung, über das Jahr 2004 hinaus zu bleiben, habe deshalb allein bei Peymann gelegen. Es sei nun am Lotto-Beirat, dem Antrag des Theaters auf Zusatzfinanzierung für die Jahre 2004 bis 2007 zu entsprechen, sagte Flierl. "Ich unterstütze diesen Antrag weiterhin nachdrücklich."
Claus Peymann hielt sich am Dienstag in Salzburg auf, um eine Pressekonferenz zu seiner am Montag bei den Festspielen gezeigten Premiere "Da Ponte in Sante Fé" zu geben. Die Uraufführung des neuen Stückes von Peter Turrini hatte zahlreiche Buh-Rufe geerntet.