Berliner Ensemble: Peymann hört positive Signale - DER SPIEGEL
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Berliner Ensemble Peymann hört positive Signale

Claus Peymann will seinen Vertrag als Intendant des Berliner Ensembles gerne über 2007 hinaus verlängern. Nach dem Einnahmerekord der laufenden Spielzeit und der finaziellen Absicherung des Traditionstheaters möchte der 68-Jährige noch ein "bisschen Reißzahn im Regierungsviertel" spielen.
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Berlin - "Es gibt ein positives Signal dafür aus dem Rathaus, das freut mich", sagte Claus Peymann heute auf der Jahrespressekonferenz des Berliner Ensembles zum Thema Verlängerung seiner Intendantentätigkeit. Die Gespräche mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Kultursenator Thomas Flierl (PDS) hätten ein "ausgeprägtes Interesse" an einer Verlängerung über 2007 hinaus erkennen lassen.

Seine endgültige Entscheidung falle bis Juli, sagte Peymann, der auch Gesellschafter der privaten BE-GmbH ist. "Das ist ja auch eine Frage meiner biologischen Kompetenz und Befindlichkeit." Vielleicht könne er auch noch einen Nachfolger einarbeiten, meinte Peymann, der in diesem Zusammenhang auch die Regisseurin Andrea Breth nannte, die früher die Berliner Schaubühne leitete und jetzt an der Wiener Burg erfolgreich Regie führt.

Die finanzielle Grundexistenz des Berliner Ensembles, das jährlich 10,5 Millionen Euro Subventionen erhält, sei inzwischen sichergestellt, betonte Peymann. Allerdings müsse er sich auch selbst befragen, was er in den letzten sechs Jahren geschafft habe und was nicht, meinte der frühere Direktor des Wiener Burgtheaters. "Es gibt eine Vielzahl von uneingelösten Versprechen und ein bisschen Reißzahn im Regierungsviertel möchte ich noch sein." Das Publikum habe ungeheure Erwartungen an sein Haus und an eine Theaterarbeit, die sich der Aufklärung als Fundament verpflichtet fühle.

"Wer angreift, kriegt Dresche"

Die Spielzeit 2004/2005 schließt das BE mit einem Einnahmerekord ab. Insgesamt 2,87 Millionen Euro spielte die Traditionsbühne ein. Rund 202.000 Zuschauer sahen die 503 Vorstellungen einschließlich Gastspiele. "Wir decken 22,75 Prozent unserer Kosten selbst durch eigene Einnahmen. Die anderen öffentlich finanzierten Theater in Berlin schaffen maximal 14 Prozent", betonte Peymann, der sich gewohnt kämpferisch gab: "Man wird es nicht wagen, ein so erfolgreiches Haus wie das Berliner Ensemble anzugreifen. Wer das tut, kriegt Dresche."

Die nächsten Premieren am Bertolt-Brecht-Platz sind unter anderem "Jubiläum" von George Tabori in der Regie des 91-jährigen Autors am kommenden Dienstag (er wird auch noch Becketts "Warten auf Godot" inszenieren), Shakespeares "Wintermärchen" in der Regie von Robert Wilson (24. September), Brechts "Mutter Courage" mit Carmen-Maja Antoni (Regie Peymann) im November sowie eine Uraufführung zum 10. Todestag des Regisseurs und BE-Leiters Heiner Müller ("100 Fragen an Heiner Müller" am 30. Dezember).

Das neue Stück "Schändung" von Botho Strauß wird jetzt Thomas Langhoff anstelle von Peymann inszenieren, nachdem der Hauptdarsteller Bruno Ganz wieder abgesprungen ist. Zusammen mit den Ruhrfestspielen plant Peymann die Inszenierung eines der Königsdramen Shakespeares. Außerdem wünscht er sich ein neues Stück von Peter Handke, bei dem er wieder Regie führen möchte.

Im August 2006 gibt es am Berliner Ensemble zu Ehren des ehemaligen Hausherrn ein großes Brecht-Fest zum 50. Todestag des Dramatikers mit der Aufführung mehrerer seiner Stücke.

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