Berliner Opernstiftung Rosinski folgt auf Schindhelm
Berlin - Die Berliner Opernstiftung berief Rosinski heute zum kommissarischen Generaldirektor, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Kultur am Donnerstag mit. Rosinski war bislang Geschäftsführer des Bühnenservice und tritt nun die Nachfolge von Michael Schindhelm an, dessen Vertrag gestern auslief.
Der Stiftungsrat beschloss außerdem, Carl St. Clair zum neuen Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin zu berufen. St. Clair ist seit Beginn der Spielzeit 2005/06 Generalmusikdirektor des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar. Seit 1990 leitet er als Music Director das Pacific Symphony Orchester in den USA. St. Clair tritt die Nachfolge von Kirill Petrenko an, dessen Vertrag mit der laufenden Spielzeit endet.
Die Deutsche Oper Berlin bleibt bis auf weiteres ein Repertoiretheater. Der Vorschlag Schindhelms, das größte Opernhaus der Hauptstadt in einen sogenannten Semi-Stagione-Betrieb mit vielen Gastspielen und Koproduktionen umzuwandeln, wurde Stiftungsrat verworfen. "Der Vorschlag ist vom Tisch", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der in seiner Funktion als Kultursenator dem Gremium vorsitzt.
Der Vorstand der Opernstiftung, dem die Intendanten der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper und der Komischen Oper angehören, weiß aber anscheinend auch keine Alternativen zu den Reformplänen Schindhelms. Rosinski sei deswegen beauftragt worden, auf Grundlage der mittelfristigen Planungen der Opernhäuser die Chancen und Risiken für die künstlerische und finanzielle Entwicklung der Stiftung zu beziffern, so die Kulturverwaltung.
Noch im vergangenen Dezember hatte Wowereit erklärt, Berlin könne angesichts der Finanzsituation der Hauptstadt nicht drei Opernhäuser "finanziell so ausstatten, dass sie mit London oder Paris konkurrieren können". Gleichzeitig hatte er sich für die Übernahme der Staatsoper durch den Bund ausgesprochen. Die Subventionen für die drei Opern sollen von 112 Millionen bis auf 99 Millionen Euro im Jahr 2009 abgesenkt werden. Nach Darstellung der Intendanten ist dieses Sparkonzept jedoch nicht zu realisieren.
bor/ddp/dpa