"Berliner Zeitung": Hausgemachter Schlamassel - DER SPIEGEL
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"Berliner Zeitung" Hausgemachter Schlamassel

Die Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr hat den Chefredakteur der "Berliner Zeitung", Martin E. Süskind, vor die Tür gesetzt – einen Nachfolger konnte der Hamburger Verlag bisher allerdings noch nicht präsentieren.
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Als heißeste Kandidatin für die Nachfolge Süskinds wurde Ursula Weidenfeld gehandelt, derzeit Ressortleiterin Unternehmen bei der "Financial Times Deutschland" (ein Gemeinschaftsunternehmen von Gruner + Jahr und der britischen "Financial Times"). Die Wunschkandidatin ist Gruner + Jahr allerdings inzwischen abhanden gekommen. Denn Weidenfeld – häufiger Gast im "Presseclub" der ARD – kehrt nun zu ihrem früheren Arbeitgeber Holtzbrinck zurück. Am 1. Oktober tritt sie ihre neue Stelle als Ressortleiterin Wirtschaft beim "Tagesspiegel" an. Weidenfeld selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu der Entwicklung äußern.

Gruner + Jahr teilte am Dienstag lediglich mit, dass Süskind die Chefredaktion abgeben werde. Der neue G+J-Zeitungsvorstand Achim Twardy erklärte, Süskinds habe es verstanden, die "Berliner Zeitung" im schwierigen Zeitungsmarkt der Hauptstadt mit großer Anerkennung zu steuern. Gründe für die Ablösung des Chefredakteurs nannte der Verlag nicht. Süskind übernahm die Chefredaktion im Mai 1999. Zuvor war er Chefredakteur des "Kölner Stadtanzeigers".

Chefredakteur verzweifelt gesucht

In der Branche war seit Monaten über eine bevorstehende Ablösung Süskinds als Chefredakteur der "Berliner Zeitung" spekuliert worden. Die plötzliche Trennung ohne klare Nachfolgeregelung wurde allerdings mit Erstaunen aufgenommen. Auch im Gruner + Jahr-Verlagshaus sorgte der Rauswurf Süskinds für Kopfschütteln: "So geht man nicht mit einem ausgezeichneten, verdienten Journalisten um", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter am Dienstag.

Eine "interne Lösung" für die Nachfolge Süskinds als Chefredakteur der Berliner Zeitung gilt derzeit als wenig wahrscheinlich. Der oder die Nachfolgerin werden nun bei großen Regionalzeitungen gesucht. Den neuen Chefredakteur erwartet die schwierige Aufgabe, das zuletzt defizitäre Blatt möglichst schnell in die schwarzen Zahlen zu führen.