Internationale Großrazzia BKA zerschlägt Kunstfälscherbande
BKA-Beamtin mit angeblichem Malewitsch-Werk: "Schlag gegen Fälscherszene"
Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpaHamburg/Wiesbaden - Das Bundeskriminalamt (BKA) hat eine international agierende Bande von Kunstfälschern zerschlagen: Im Zuge eines groß angelegten Einsatzes haben über hundert Beamte von Polizei und BKA zahlreiche Gebäude in verschiedenen Bundesländern durchsucht. Das teilte das BKA in einer Pressemitteilung mit.
Dabei nahm die Polizei in Wiesbaden zwei Beschuldigte im Alter von 67 und 41 Jahren fest, die als Kopf einer international agierenden Gruppe von sechs Kunstfälschern gelten. Außerdem stellten die Beamten eine Vielzahl mutmaßlicher Fälschungen sicher: Inklusive der Verkaufspapiere seien laut BKA über tausend Objekte beschlagnahmt worden.
Auch in Israel und der Schweiz wurden Durchsuchungen durchgeführt. Den russischen, israelischen und deutsch-tunesischen Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Gemälde der russischen Avantgarde - darunter Werke weltberühmter Künstler wie Kasimir Malewitsch, Wassily Kandinsky und Alexej Jawlensky gefälscht zu haben.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand haben die Beschuldigten seit 2005 insgesamt über 400 mutmaßlich gefälschte Gemälde für vier- bis siebenstellige Euro-Beträge verkauft. Allein die beiden jetzt festgenommenen Bandenmitglieder sollen in den Jahren 2011 bis 2013 gefälschte Gemälde für insgesamt über zwei Millionen Euro an Kunden in Deutschland und Spanien verkauft haben.
BKA-Präsident Jörg Ziercke sprach von einem "wichtigen Schlag gegen die international agierende Fälscherszene".