Boulevard-Theater bei Sat.1 Durchgefallen, abgesetzt
Berlin - Der Versuch des Privatsenders Sat.1, Boulevard-Theater am Samstagabend im Programm zu etablieren, ist nach nur einer Ausgabe gescheitert. "Es war ein Experiment, das wir abgebrochen haben", so Sprecherin Jutta Kehrer.
"Ewig rauschen die Gelder" mit Jochen Busse, Georg Uecker, Hugo Egon Balder und Elke Sommer wollten am vergangenen Samstag nur 1,86 Millionen Zuschauer sehen. Das entsprach einem Marktanteil von sechs Prozent und in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen von acht Prozent. "Das ist für einen so großen Sender wie Sat.1 zu wenig", sagte eine Sprecherin zur Nachrichtenagentur dpa.
Nachdem sich nur wenige Zuschauer für die Adaption der Farce "Cash and Delivery" des britischen Autors Michael Cooney begeistern konnten, drehten die Programmchefs den Geldhahn schnell zu. Der Sender hatte mehrere Verfilmungen von Bühnenstücken geplant. Doch nachdem der Testballon geplatzt ist, werden sie den Bildschirm nicht mehr erreichen.
Mit der Impro-Comedy "Schillerstraße" lag der Sender quotenmäßig goldrichtig. Das Boulevard-Theater sollte diesen Erfolg fortsetzen. Der Fehlgriff entmutigt bei Sat.1 jedoch niemanden. Getreu dem Motto "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" präsentiert der Sender im kommenden Monat eine weitere Neuerung.
Die für den 17. und 18. Dezember geplante Verfilmung des Marionettenklassikers "Urmel aus dem Eis" werde es auf jeden Fall in die deutschen Wohnzimmer schaffen, so Kehrer. Wenn Dirk Bach in der Rolle des Urmels und Barbara Schöneberger als "Öff Öff" grunzender Wutz in dem Zweiteiler durch bunte Kulissen turnen, soll das Quotenbarometer bei Sat.1 wieder steigen.