Bundesliga-Rechte: Die Geier steigen auf - DER SPIEGEL
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Bundesliga-Rechte Die Geier steigen auf

Die Kirch Pleite treibt unter TV-Managern Planspiele um einen neuen Nachrichtensender an. Sollte auch N24 in den Strudel geraten, wofür es derzeit allerdings keine Anhaltspunkte gibt, will RTL offenbar ein eigenes Angebot starten. Auch die Bundesliga könnte wieder in Köln heimisch werden.
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Schon im letzten Jahr gab es bei RTL Pläne, Anteile am Berliner Nachrichtensender n-tv zu übernehmen. Das scheiterte an unterschiedlichen Preisvorstellungen auf beiden Seiten. Sollte allerdings der zur Kirch-Gruppe gehörende Nachrichtensender N24 in Folge der Pleite in Schwierigkeiten geraten, ergibt sich eine neue Situation: "Wir haben nach wie vor Interesse. Wir umkreisen aber nicht wie die Geier einen Konzern, der es auch ohne uns schon schwierig genug hat", sagte RTL-Chefredakteur Hans Mahr gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Möglicherweise wird ab 2003 auch wieder Bundesliga-Fußball auf RTL zu sehen sein, allerdings nur als "Event". Die Regelberichterstattung kann sich Mahr in der ARD-"Sportschau" vorstellen, bei RTL sollen pro Jahr bis zu zehn Live-Spielen laufen, "allerdings zu deutlich reduzierten Preisen. Wir sprechen dabei nicht über einen Abschlag von zehn Prozent."

Im ARD-Magazin "Report Mainz" schloss RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler am Montag jedoch eine Beteiligung von RTL an den baldigen Sondierungsgesprächen mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) aus: "Die gegenwärtigen Preise können wir nicht bezahlen, das ist die Erkenntnis aller Programmverantwortlichen." Ähnlicher Ansicht ist auch der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen: Die Preiserwartungen der DFL seien überzogen.

Die DFL darf in Absprache mit dem vorläufigen Kirch-Insolvenzverwalter und den neuen Geschäftsführern Gespräche mit anderen Sendern über die TV-Rechte führen, schreibt "newsroom.de". Der bis zum Jahr 2004 laufende Vierjahresvertrag mit Kirch hat einen Umfang von 1,53 Milliarden Euro. Allein für die Saison 2002/03 sind 360 Millionen Euro vorgesehen.

Der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber hat unterdessen bereits erste Gespräche mit der DFL über die Bundesliga-Rechte geführt. Kloiber startet am 28. April seinem neuen Sender Tele 5 und plant zudem einen Pay-TV-Kanal. Mit seinem damaligen Partner, dem Medienmogul Rupert Murdoch, hatte Kloiber in der Saison 1999/2000 bei tm3 die Champions League übertragen. Nach nur einem Jahr ging die Champions League aber an RTL und Premiere.

Offenbar soll Kloiber Interesse an der kompletten Rechtepalette haben. Dazu gehören neben Pay- und Free-TV-Rechte auch die Rechte für Hörfunk und Internet. Das Geschäft könnte über die Vermarktungsagentur AIM laufen, die zu Kloibers Unternehmensgruppe zählt. Die in Luzern ansässige Holding hatte sich auch um die Rechte für Champions League und die EM 2004 beworben. Zur Deutschen Fußball-Liga hat Kloiber persönliche Kontakte: Der ehemalige Sportchef von tm3, Michael Pfad, sitzt dort als Geschäftsführer für den Bereich Kommunikation. Zu den Gesprächen wollten sich weder DFL noch Kloiber äußern.