Cartoon-Legende: "Herblock" ist tot - DER SPIEGEL
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Cartoon-Legende "Herblock" ist tot

Millionen Zeitungsleser kannten ihn als "Herblock": Herbert Block, legendärer Cartoonist der "Washington Post" und fünffacher Pulitzer-Preisträger, ist im Alter von 91 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.
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Washington - Mehr als 50 Jahre lang hat Herbert L. Block für die "Washington Post" gezeichnet. Berühmt wurde er in den siebziger Jahren mit seinen Darstellungen von Präsident Richard Nixon. Die beiden Männer verband eine tiefe gegenseitige Abneigung. Nixon, der sich in den Karikaturen meist mit einem dunklen Bartschatten aus einem Kanaldeckel kriechen sah, bestellte die "Washington Post" ab. Für seine Zeichnungen Nixons während der mehrmonatigen Watergate-Affäre erhielt "Herblock" einen seiner fünf Pulitzer-Preise. "Nixon war der verlogenste Mensch, den ich in meinem Leben getroffen habe", schrieb "Herblock" in seiner Autobiografie, die 1993 erschien.

Während des Iran-Contra-Skandals zeigte "Herblock" Ronald Reagan in resoluter Pose auf einem Fernsehschirm, während der Präsident in Wirklichkeit mit einer Hand voll Dollar zu Füßen Ajatollah Chomeinis kniete. George Bush Sr. hatte bei "Herblock" zwei Gesichter, mit der Unterschrift "Welche Lippen sollen wir lesen?" Er spielte darauf an, dass Bush mit diesen Worten versprach, die Steuern nicht zu erhöhen, ehe er genau das tat.

Herbert Block wurde 1909 in Chicago geboren. Wegen seines großen Zeichentalents schrieben seine Eltern ihn mit elf Jahren zu einem Kurs an der Kunsthochschule ein. Er zeichnete für Schulzeitungen und bekam 1929 seinen ersten Job bei der "Chicago Daily News". Seine letzte Zeichnung bei der "Washington Post" erschien am 20. August dieses Jahres.