"Corpus Christi": Ulmer Akademie traut sich - DER SPIEGEL
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"Corpus Christi" Ulmer Akademie traut sich

Der Streit um das Theaterstück "Corpus Christi" geht weiter. Nachdem das Ulmer Theater die Aufführung abgesagt hat, wird das Stück nun an der Akademie für darstellende Kunst gezeigt.
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Ulm/Heilbronn - Sich dem Druck religiöser Fanatiker zu beugen und Gastspiele abzusagen sei eine "Bankrotterklärung", begründete der künstlerische Leiter der Akademie, Ralf Reimann, seine Entscheidung, das Stück zu zeigen.

Zu den Pflichten des Theaters gehöre es, anzuregen und sogar Widerspruch zu erregen. Dafür müsse es zunächst allerdings stattfinden. Eine lebendige Streitkultur bilde die Basis des demokratischen Zusammenlebens. Unterschiedliche Auffassungen zu verteufeln, gar mit Bomben zu drohen, entspreche nicht seinem Verständnis von Christentum und Demokratie - deshalb habe das Akademietheater das zeitgenössische Passionsspiel nach Ulm eingeladen, erklärte Reimann weiter.

In der Aufführung "Corpus Christi" stellt der amerikanische Pulitzer-Preisträger Terrence McNally Jesus und seine Apostel unter anderem als trinkfreudige Homosexuelle dar. Wegen der umstrittenen Inszenierung hatte es in den vergangenen Monaten neben Demonstrationen und Protestschreiben auch Mord- und Bombendrohungen gegeben. Aus Sicherheitsgründen waren Gastspiele in Ulm und Karlsruhe abgesagt worden.

Der Präsident des deutschen Bühnenvereins, Jürgen Flimm, hatte am Sonntag zur Solidarität mit dem Heilbronner Theater aufgerufen.

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