Da-Vinci-Fund: Jesus, hat Dan Brown Recht? - DER SPIEGEL
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Da-Vinci-Fund Jesus, hat Dan Brown Recht?

In seinem Thriller "Sakrileg" wartet Dan Brown mit allerlei kruden Theorien auf. Die Realität holt die Szenarien jetzt ein: Unter Leonardo da Vincis Bild "Die Felsengrottenmadonna" ist tatsächlich ein Schatz begraben. Der Heilige Gral ist es aber nicht.
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"'Was war hinter dem Bild?', erkundigte Langdon sich bei Sophie, die den Wagen die Champs-Elysees hinaufjagte. 'Ich werde es Ihnen zeigen, wenn wir sicher in der Botschaft angekommen sind', sagte sie, ohne den Blick vom Verkehrgeschehen zu nehmen."

Millionen Leser wissen genau, um welches Bild es sich handelt: Madonna of the Rocks, die "Madonna in der Felsengrotte" von Leonardo da Vinci. Bestseller-Autor Dan Brown spinnt in "Sakrileg" einen ganzen Thriller-Plot um das legendäre Gemälde. Angeblich verbergen sich hinter dem Bild Botschaften für die Heldin, die damit - nun, man soll nicht alles verraten.

Dichthalten konnten die Kunstexperten der Londoner Nationagalerie allerdings nicht: Sie erklärten jetzt, dass sich in einer Version der Felsenmadonna, die in zwei Ausführungen existiert, ein weiteres Bild versteckt. Während die Madonna des Pariser Louvre noch unspektakulär einfach Madonna ist, mauserte sich die der National Gallery zum doppelten Lottchen.

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Madonna!: Versteckspiel mit da Vinci

Foto: AP/ National Gallery

Tatsächlich soll Leonardo, wie von Brown in seinem Buch phantasiert, ein Geheimnis bergen. Die Nationalgalerie glaubt, dass das vom Meister übermalte Tableau eine kniende Frau mit ausgestrecktem Arm verbirgt. Einem Bericht der BBC zufolge gehen die Kunstexperten davon aus, dass da Vinci ein Bild über die Anbetung des kindlichen Jesus plante, diese Idee dann aber wieder verwarf.

In Browns Roman ist es allerdings die Louvre-Version des Bildes, von Leonardo 1483 für die Kirche San Francesco Grande in Mailand gemalt, die Anlass zu wilden Spekulationen gibt. Im Gegensatz zur Londoner Fassung zeige das Gemälde die Jungfrau Maria, die die Hand "mit unverkennbar drohender Gebärde über den Kopf des kleines Johannes hält, wobei ihre Finger wie Adlerklauen erscheinen, die einen unsichtbaren Kopf gepackt haben. Und schließlich das (...) Furcht erregendste Detail: Genau unter Marias gekrümmten Fingern macht der Erzengel Uriel mit dem ausgestreckten Zeigefinger eine tranchierende Geste, als wolle er dem von Marias klauenähnlicher Hand gepackten imaginären Kopf die Kehle durchschneiden".

Unter andächtig gekrümmten Gutachterfingern geben vielleicht bald noch weitere Leonardo-Kunstwerke ihre Geheimnisse preis. Glaubt man Brown, so ist auch das Bild "Anbetung der Könige" der Rätsel und Geheimbotschaften voll. Die Leitung der Florentiner Uffizien habe das Gemälde deshalb vorsorglich im Magazin verschwinden lassen. "Dieses Werk wird zurzeit zur Vorbereitung der Restauration einer fachlichen Diagnose unterzogen", heißt es in "Sakrileg". Aber das glauben nur Einfalts-Pinsel.