Damaskus: Syriens Nationalmuseum wird wiedereröffnet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nach über sechs Jahren Syriens Nationalmuseum öffnet wieder

Das syrische Nationalmuseum in Damaskus öffnete seine Tore erneut für Besucher. Mehr als sechs Jahre lang war es wegen des Bürgerkriegs in Syrien geschlossen. Das Museum enthält jahrtausendealte Artefakte.
Besucherinnen des National Museum of Damascus, Syrien
Besucherinnen des National Museum of Damascus, Syrien

Besucherinnen des National Museum of Damascus, Syrien

Foto: OMAR SANADIKI/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das syrische Nationalmuseum von Damaskus hat am Sonntag seinen reichen Fundus an Altertümern nach über sechs Jahren wieder für Besucher geöffnet. Erst vor einigen Monaten hatte die Regierung alle Rebellengebiete um die Hauptstadt zurückerobert.

Die Wiedereröffnung soll ein Zeichen für die Versuche der syrischen Regierung sein, in der Hauptstadt wieder die Normalität herzustellen, nachdem das von Russland unterstützte Militär im Bürgerkrieg die Rebellen aus weiten Teilen des Landes zurückgedrängt hat. Erst im April zwang eine blutige Offensive der syrischen Armee die Rebellen, Ost-Ghuta aufzugeben. Die anderen Rebellengebiete um Damaskus kapitulierten in den darauffolgenden Wochen.

Syrische Beamte, ausländische Archäologen und Restaurierungsspezialisten nahmen an der Wiedereröffnung des syrischen Nationalmuseums teil.

Nur ein Teil des Museums und seiner Sammlung mit Artefakten aus der jahrtausendealten Zivilisation Syriens sei nun wieder geöffnet, sagte der stellvertretende Direktor des Museums Ahmad Deeb. "Wir werden eine Sammlung von Artefakten aus allen Epochen aus der Vorgeschichte, dem alten Orient und den klassischen und islamischen Epochen in diesem Abschnitt ausstellen", sagte er.

Renovierung steht noch aus

Mehr als 9.000 Artefakte seien restauriert und seit dem Beginn des Bürgerkrieges zurückgewonnen worden, sagte der Direktor der syrischen Antikenverwaltung (DGAM) Mahmoud Hammoud. Er wies jedoch auch darauf hin, dass das Museum renoviert werden müsse und dafür Finanzmittel brauche. Hunderttausende wichtige Artefakte und Skulpturen seien während des Krieges ins Ausland geschmuggelt worden.

Als sich der Aufstand 2011 ausbreitete, evakuierte die Regierung die Sammlung des Museums, eine der wichtigsten im Nahen Osten, zusammen mit denen der Provinzmuseen, und versteckte ihre Artefakte weit vom Kriegsgebiet entfernt.

Der frühere Direktor der DGAM Maamoun Abdul-Karim sagte zur Wiedereröffnung: "Dies ist ein großer Sieg für das Land. Wenn alle Museen landesweit wiedereröffnen, können wir sagen, dass die Krise in Syrien beendet ist."

Der Syrienkonflikt geht aber in anderen Teilen des Landes, die noch nicht unter Assads Kontrolle sind, weiter. Er stabilisierte sich durch das russisch-türkische Abkommen über die letzte Rebellenhochburg Idlib. Am Samstag trafen sich außerdem Deutschland, Frankreich, die Türkei und Russland, zu einem Syriengipfel in Istanbul.

mal/AP/Reuters