Daniel Barenboim: Mehr Geld, oder er geht - DER SPIEGEL
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Daniel Barenboim Mehr Geld, oder er geht

Daniel Barenboim ist mit dem Stölzl-Konzept nicht einverstanden. Der künstlerische Leiter der Oper "Unter den Linden" fordert zehn Millionen Mark für die Berliner Staatsoper, ansonsten wolle er die Hauptstadt verlassen.
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Berlin - "Ich möchte in Berlin bleiben, aber ich kann nicht, wenn sich an der finanziellen Situation nichts ändert", sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper am Donnerstag. Er wolle das Geld nicht für sich, betonte Barenboim. "Ich dirigiere heute ungefähr für das gleiche Geld, das ich Anfang der achtziger Jahre an der Deutschen Oper verdient habe", sagte er.

Angesichts der chronischen finanziellen Probleme in der Berliner Kultur hatte Kultursenator Christoph Stölzl am Mittwoch dem Parlament ein Konzept vorgelegt, wie ohne Qualitätseinbußen gespart werden könnte. Die Vorschläge sehen unter anderem eine organisatorische Zusammenlegung der drei Opern und einen drastischen Stellenabbau bei den Theatern mit Hilfe eines Abfindungsfonds vor.

Barenboim warf den Politikern angesichts der finanziellen Probleme in der Berliner Kultur vor, die Besonderheit Berlins als einzige geteilte und wiedervereinigte Stadt in Deutschland nicht verstanden zu haben. "Berlin ist psychologisch noch nicht wiedervereinigt und bräuchte mehr Unterstützung als andere Städte, nicht weniger. Finanziell ist das ein Skandal", meinte er. Er schlug als Ausweg vor, entweder bestimmte Institutionen zu schließen oder mehr Geld zu geben. Angesichts der besonderen Bedeutung der Hauptstadtkultur für Deutschland sei jetzt eine politische Entscheidung gefordert. "Wenn man erstklassige Leistungen will, muss man sie auch erstklassig honorieren", betonte Barenboim. So wie bisher könne es nicht weitergehen.