Debatte um ZDF-Chefredakteur Schächter bricht sein Schweigen
Kaum ein Tag vergeht, an dem sich nicht ein Ex-Intendant, Ex- Chefredakteur oder Politiker zu Wort meldet im Fall des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender, dessen Ablösung von der CDU-Führung seit Wochen gefordert wird.
Auch im Sender selbst blieb es nicht still. Claus Kleber verbat sich die Einmischung von "parteipolitischen Seilschaften". Anschließend begehrte die gesamte Runde der Hauptredaktionsleiter im ZDF auf. Auf der anderen Seite schoss vor allem Brender-Gegner Roland Koch öffentlich gegen den Chefredakteur - in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er warf Brender vor, für schlechte Quoten von "heute", "heute journal", "Auslandsjournal" und "Länderspiegel" verantwortlich zu sein. Deshalb müsse der Chefredakteur gehen.
Nur einer schwieg bisher: ZDF-Intendant Markus Schächter. Er ließ zwar mitteilen, er werde dem ZDF-Verwaltungsrat vorschlagen, Brenders Vertrag zu verlängern. Doch ansonsten sagte er beharrlich nichts.
Am Freitag wird er sein Schweigen brechen. Die Sprecherin des SPD- Freundeskreises im ZDF-Fernsehrat, Ex-Familienministerin Christine Bergmann, hat ihn in einem Brief gebeten, in der Sitzung des Fernsehrates über Fragen von Quote und Qualität im Bereich Chefredaktion zu berichten. Beim ZDF wollte man den Eingang dieses Briefes zwar nicht bestätigen, ein Sprecher sagte aber, Schächter werde sich nun äußern.
In der Konstruktion des ZDF ist der Verwaltungsrat, der am 27. März tagt, zwar zuständig, auf Vorschlag des Intendanten den Chefredakteur zu wählen. Programmfragen aber fallen in die Zuständigkeit des Fernsehrates und dazu zählt auch die Kontrolle des Chefredakteurs und die Qualität der von ihm verantworteten Sendungen.