Deutsche Welle Sendeverbot in Usbekistan
Wiesbaden - "Wir bedauern, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist", sagte heute Deutsche-Welle-Intendant Erik Bettermann. Den Vorwurf, die Deutsche Welle habe "falsch beziehungsweise voreingenommen berichtet", könne er nicht nachvollziehen.
Das usbekische Außenministerium habe zwei DW-Korrespondenten eine Verlängerung ihrer Akkreditierung verweigert, erklärte Cornelia Rabitz, Leiterin des Russischen Programms von DW-Radio. Einem dritten sei diese auf Antrag nicht erteilt worden. Rabitz hält sich derzeit in Usbekistans Hauptstadt Taschkent auf. Die Journalisten sind ihren Angaben zufolge für das russischsprachige Programm der DW tätig und produzieren für das tägliche Magazin "Chronik Zentralasien".
Die Verweigerung der Akkreditierung sei unter Bezug auf zwei Hörfunkbeiträge erfolgt, die bereits Anfang Februar veröffentlicht wurden. Sie handelten laut Rabitz von sozialen Themen; in einem Beitrag sei es um Energiemangel im Winter gegangen.
Seit dem Massaker von Andischan am 13. Mai 2005, bei dem usbekische Sicherheitskräfte hunderte friedliche Demonstranten erschossen, sind Journalisten, Oppositionelle und Menschenrechtler massiven Repressalien ausgesetzt. Im November letzten Jahres schloss die BBC ihr Korrespondentenbüro in Taschkent und brachte die Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen außer Landes. Radio Free Europe und die Deutsche Welle wollten dem Druck der Regierung nicht nachgeben und blieben.
dan/ddp