Deutscher Werberat: Sexismus-Rügen 2013 - DER SPIEGEL
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"Kommt schneller als die Alte" Deutscher Werberat rügt sexistische Kampagne

Elf Unternehmen wurden 2013 von der Kontrollinstanz der Werbebranche gerügt: Unter anderem die "Neue Nordhäuser Zeitung" gab sich plump und frauenfeindlich. Insgesamt war die Zahl der Beschwerden so hoch wie lange nicht.
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Berlin/Hamburg - Das Online-Portal der "Neuen Nordhäuser Zeitung" wollte Werbung für sich machen, das Anzeigenblatt "Kleine Nordhäuser Zeitung" schaltete die Anzeige: "Kommt schneller als die Alte, ist besser gebaut und macht, was man ihr sagt." Was im Sommer 2013 für Aufregung nicht nur in Nordhausen sorgte, wurde anschließend auch vom Deutschen Werberat gerügt - genau wie elf weitere Kampagnen, die ihre Gestaltung nach einer Beanstandung durch das Selbstkontrollorgan der Werbebranche nicht ändern wollten.

Die sexistische Kampagne aus Nordhausen war eines von insgesamt 91 Motiven, deren anstößige Stoßrichtung der Werberat im vergangenen Jahr monierte. In der jetzt veröffentlichten Jahresbilanz tauchen insgesamt 522 Kampagnen auf, die 2013 Gegenstand von Beschwerden waren. 1350 Bürger oder Organisationen meldeten sich demnach beim Werberat - die höchste Zahl seit 2001. In den Fällen, in denen der Werberat den Eingaben folgte, erklärten sich die betroffenen Unternehmen zumeist bereit, auf die Beanstandungen zu reagieren und änderten die jeweilige Kampagne oder nahmen sie vom Markt. Nur wer dies nicht tut, wird öffentlich gerügt.

Zu den Unternehmen, die sich neben der "Neuen Nordhäuser Zeitung" nach dem Eingreifen des Werberats weiter uneinsichtig zeigten, gehört unter anderem der Onlineshop Redcoon. Er warb mit den leichtgeschürzten TV-Bekanntheiten Micaela Schäfer und Gina-Lisa Lohfink und den Slogans "Mehr aus Billig auf Redcoon.de" und "Billiger feiern". Auch die Firma Seka Nutzfahrzeuge wurde öffentlich gerügt: Sie verwendete unter dem Motiv einer spärlich bekleideten Frau die plakativ-sexistische Zuschreibung "Erstklassiges Fahrgestell".

Die meisten Beschwerden und Rügen betreffen das Frauenbild in der Werbung und frauenfeindliche Anzeigen: Dies ist eine Konstante seit der Gründung der Mahninstanz im Jahr 1972. Häufig beschäftigt sich der Werberat auch mit Verstößen gegen ethische Mindestanforderungen und der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen.

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