"Die Alm": Erfolgsrezept Kuhfladen - DER SPIEGEL
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"Die Alm" Erfolgsrezept Kuhfladen

Also doch: Das umstrittene Showkonzept "Die Alm" war ein "außergewöhnlich großer Erfolg", freut sich ProSieben. Schon plant der Sender mit "Die Burg" das nächste öffentliche Ex-Promi-Recycling. Das kann heiter werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ob Tatjana auch wieder kommt? Angeblich soll die Gsell-Witwe ihren Auftritt auf der "Alm" ja bereut haben. Selbst das fleißige Rühren mit den Füßen in einem Bottich voller Kuhmist hat ihre Popularität nicht erhöhen können. Aber dazu war sie ja - nach eigener Aussage - "vertraglich verpflichtet".

Womit bewiesen wäre, dass sie durchaus wissen, was sie da tun, die so genannten Promis, die seit rund zwei Jahren in diversen Quäl-Formaten ihrem vergangenen Ruhm hinterher hecheln. Und zwar vorher.

Kader Loth, nach Auskunft des Senders ProSieben eine Ex-Miss-Penthouse, tingelt trotzdem durch die Sendungen, klatschte nach einem Auftritt im "Big Brother"-Haus (ja, auch das gibt es noch) auf der Alm auf. Soviel Mühe belohnten die begeisterten Zuschauer damit, dass sie sie zur "Almkönigin" wählten. Wenn Loth Glück hat, ist das vergessen, bevor sie ihren Kindern erklären muss, was sie da in jungen Jahren getrieben hat.

Bis man die nächsten Ex-Promis durchs mediale Dorf treibt, darf sie sich aber in ihrem Ruhm suhlen: Schließlich musste sie sich gegen härteste Trash-Konkurrenz wie den Ex-Boxer René Weller oder das Ex-Porno-Starlett Kelly Trump durchsetzen. Hauptsache Ex.

Risikogruppe: "Zuschauer ab drei Jahre"

Und hopp und Top: "Die Alm" wird in die Analen des Senders ProSieben als "außergewöhnlich großer Erfolg" eingehen. Sagt ProSieben-Unterhaltungschef Jobst Benthues und erklärt auch, wer für solche Flachgeist-Formate besonders anfällig ist: Von den 14- bis 29-jährigen Zuschauern klebten demnach zum Finale satte 28,3 Prozent vor dem Bildschirm. 2,44 Millionen Zuschauer "ab drei Jahre" seien am Freitagabend dabei gewesen, was wohl einiges erklären würde, aber nicht zu hoffen wäre: Die gehören um diese Zeit ins Bett.

Schon bastelt ProSieben am nächsten Format, Arbeitstitel "Die Burg". Da darf man aber gespannt sein, worum es diesmal geht: Vielleicht darum, einen Haufen Ex-Promis der F-Kategorie gruppendynamisch gegeneinander auszuspielen, während man mit ihnen Pfadfinder-hafte Igitt-Spiele spielt?

Das wäre schön und macht immer wieder Spaß, da fällt uns auch noch etwas zu ein: Vielleicht könnte man einmal ein Team von TV-Unterhaltungsmachern auf ein Schiff pferchen und die Reise von Kapitän Cook nachsegeln lassen? Als täglichen Preis für den Besten gibt's eine Zitrone, wer Skorbut bekommt, wird über Bord gekippt. Für die Refinanzierung des Schwachsinns gibt es eine tägliche Wett-Hotline auf 0190-Basis, und am Ende mit Glück einen Bambi für so viel TV-Innovation. Aber den schnappen dann wohl doch die TV-Profis weg, denn denen fällt bestimmt noch was besseres ein: Man darf gespannt sein.

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