Die Multistars: Suche Filmrolle, biete Popsong - DER SPIEGEL
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Die Multistars Suche Filmrolle, biete Popsong

Mariah Carey und Ice Cube sind nicht die ersten Popstars, die sich demnächst als Schauspieler versuchen. Bereits in den fünfziger Jahren wollte ein gewisser Elvis seine Hüften auch auf der Leinwand wackeln lassen.
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Als Mariah Carey kürzlich ankündigte, sie werde demnächst ihren ersten Kinofilm drehen, da reihte sich die Sängerin ein in die Riege jener Gesangsstars, die ins Kino drängen. "All That Glitters" soll der Film heißen und in der Clubszene der frühen achtziger Jahre spielen. Mariah Carey gibt darin - eine Sängerin. Der Rap-Sänger Ice Cube kommt ab 10. Februar an der Seite von George Clooney im Action-Abenteuer "Three Kings" in die Kinos. Er legte bislang eher wenig Sorgfalt bei der Auswahl der Drehbücher an den Tag. Während er in den Dramen "Boyz 'n the Hood" und "Higher Learning" durchaus Talent erkennen ließ, wird von seiner Rolle in dem Horror-Film "Anaconda" nur in Erinnerung bleiben, wie er von einem Plastik-Monster verspeist wurde. Beide Popstars befinden sich dabei mit ihren schauspielerischen Ambitionen nicht in bester, aber doch zumindest in angemessener Gesellschaft.

Elvis Presley drehte schon in den Fünfzigern zahlreiche Filme ohne Tiefgang, bei denen die Anforderungen an sein mangelndes darstellerisches Talent nicht allzu hoch waren. In den sechziger Jahren spielten sich die Beatles in "A Hard Day's Night" und "Help!" gleich selber. Nur John Lennon versuchte sich unter der Regie von Richard Lester in der Satire "Wie ich den Krieg gewann" als ernsthafter Darsteller.

Einer, der sich neben der Karriere als Rockmusiker auch als guter Schauspieler etabliert haben dürfte, ist David Bowie. Er debütierte 1975 unter der Regie von Nicolas Roeg in dem Science-Fiction-Drama "Der Mann, der vom Himmel fiel". Bowies schauspielerisches Talent beeindruckte auch andere namhafte Regisseure wie Martin Scorsese ("Die letzte Versuchung Christi"), John Landis ("Kopfüber in die Nacht"), Nagisa Oshima ("Merry Christmas, Mr. Lawrence") oder David Lynch in "Twin Peaks - Der Film". Da war übrigens auch der Popsänger Chris Isaak mit von der Partie, der kurz danach zusammen mit Bridget Fonda und Keanu Reeves in Bernardo Bertoluccis Epos "Little Buddha" agierte.

Dass Erfolg und Qualität nicht unbedingt einher gehen müssen, bewies die Pop-Diva Whitney Houston. Deren Schauspieldebüt in dem Hollywoodfilm "Bodyguard" war in darstellerischer Hinsicht eher unspektakulär. Die Houston sollte eine zickige Sängerin spielen - und so mancher Kritiker lästerte, sie gebe sich vor der Kamera also ganz alltäglich. Der Soundtrack zu "Bodyguard" zählt zu den zehn bestverkauften Alben aller Zeiten. Allerdings konnte Whitney Houston diesen Erfolg mit ihren anderen Filmen wie "Rendezvous mit einem Engel" oder "Warten auf Mr. Right" nicht wiederholen.

Besser schnitt da schon Madonna ab, die bereits mehrfach ins Kino drängte und mit "Evita" sogar einen veritablen Erfolg vorweisen kann. Derzeit bereitet sie gerade die Premiere von "The Next Big Thing" vor, in dem sie an der Seite des vergeblich von Frauen umschwärmten Rupert Everett vor die Kamera durfte. Wie der Streifen geraten ist, wissen nur wenige Eingeweihte. Sicher scheint aber, dass er mit optimaler Akustik-Werbung rechnen kann, denn für den Soundtrack lieferte Madonna ihre Version des Don-McLean-Klassikers "American Pie", und der dürfte pünktlich zum Filmstart an den Spitzen der Charts stehen. Womit sich zumindest für die Produzenten die Verpflichtung des Popstars gelohnt hätte.