Documenta 12 Etat der Mega-Schau gedeckt
Kassel - Fünf Wochen vor Beginn der Documenta 12 haben sich auch für den Sonderetat genügend private Geldgeber gefunden. Die Organisatoren der Ausstellung bestätigten heute einen Zeitungsbericht, wonach nun auch der knapp 3,5 Millionen teure "Aue-Pavillion" finanziert ist. Documenta-Chef Roger M. Buergel hatte für den Bau des knapp 10.000 Quadratmeter großen Gebäudes aus Gewächshausteilen einen Sonderetat beantragt. Mit dem Bau wurde begonnen, ohne dass klar war, wer ihn bezahlt. Auch für das von Buergel gewünschte Bildungsprojekt innerhalb der Schau ist jetzt genug Geld da, wie die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" berichtete.
Die Organisatoren betonen seit Monaten, dass der reguläre 19-Millionen-Euro-Etat der Ausstellung gedeckt ist. Die Hälfte davon kommt aus Steuergeldern, der Rest von Sponsoren und aus dem Verkauf von Eintrittskarten und Documenta-Artikeln. Buergel verlangte allerdings noch einen Sonderhaushalt von etwa vier Millionen Euro, um einen neuen Ausstellungsbau zu finanzieren. Der "Aue-Pavillion" soll ein Drittel der gut 400 Exponate aufnehmen.
Zur Finanzierung des Sonderetats gründete Buergel einen so genannten Initiativkreis potenter Kunstfreunde, zu dem unter anderen die Unternehmer Arend Oetker, Christian Jacobs und die Modeschöpferin Miuccia Prada gehören. Mitglieder der Gruppe sollen als Sponsor auftreten oder solche vermitteln. So konnte die Gruppe zum Beispiel eine Schweizer Stiftung gewinnen, die das Projekt "Fairytale" von Ai Weiwei mit drei Millionen Euro unterstützt. Der chinesische Künstler will dazu 1001 seiner Landsleute zur Documenta bringen. Den Chinesen wird Flug und Unterkunft bezahlt, und sie sollen sich individuell in Kassel bewegen können. Als Teil eines Kunstwerkes dürften sie die Stadt aber nicht verlassen.
Die Documenta findet alle fünf Jahre statt und gilt als weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst. In diesem Jahr dauert die Schau vom 16. Juni bis 23. September.
hho/dpa