Engagement bei Tele 5: Gottschalk geht fremd - DER SPIEGEL
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Engagement bei Tele 5 Gottschalk geht fremd

Als "Wetten, dass ...?"-Moderator ist Thomas Gottschalk eines der wichtigsten Zugpferde des ZDF. Nun greift der 56-jährige Showmaster einem Marktneuling unter die Arme: Mit einer Kino-Kolumne soll er das Programm des Münchner Privatsenders Tele 5 aufwerten.
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München - Ab nächstem Jahr wird Thomas Gottschalk Tele 5 mit seiner Prominenz zur Seite stehen. Eine Kolumne zum Thema Film und redaktionelle Mitarbeit seien geplant, aber auch mit Filmtipps in privaten Radiosendern solle er die Quoten des kleinen Spielfilmsenders verbessern helfen, sagte Gottschalk heute zusammen mit Tele-5-Gesellschafter Herbert Kloiber und bestätigte damit eine Meldung des SPIEGEL. Unabhängig davon werde er "Wetten, dass ...?" bei seinem bisherigen Arbeitgeber, dem ZDF, noch bis 2010 weitermoderieren.

Die quotenträchtige Samstagabendshow sei nun mal das Pferd, auf dem er am besten aussehe, erklärte Gottschalk: "Diese Existenz als Showmaster beim ZDF wird es weiter geben." Ansonsten wolle er seine Tätigkeit dort aber weitgehend einschränken, nur noch die Goldene Kamera moderieren. Andere Shows, die er in letzter Zeit gemacht habe, seien "immer nur kleine hässliche Schwestern von 'Wetten, dass ...?'" gewesen. Deswegen werde es auch bei Tele 5 "keine kleine Show geben, bei der ich die Treppe runterkomme", erklärte Gottschalk.

Derzeit sei eine persönliche Kolumne zum Themenbereich Film geplant. Wie die konkret aussehen könnte, sei aber noch völlig offen. "Wir basteln gerade zusammen, wie es gemacht wird", sagte der Moderator. "Ich war Herbert Kloiber noch was schuldig, weil ich bei Radio Xanadu meinen bisher einzigen beruflichen Flop hatte", erklärte Gottschalk seine Beweggründe.

In den achtziger Jahren hatte Gottschalk bei dem Münchner Lokalradio erste Kontakte mit Kloiber gehabt, den er damals zu einem erfolglosen Classic-Rock-Konzept überredet habe. Seinem Freund und Chef beim ZDF, Intendant Markus Schächter, habe er sein neues Engagement bei Tele 5 in einer Art Beichtgespräch beibringen müssen, sagte Gottschalk. "Aber als ich dann anfing zu erzählen, was ich alles nicht mache, und dann, was ich mache, waren sie glücklich."

Wenn das ZDF gesagt hätte, dass das nicht gehe, hätte er auch verzichtet, versicherte Gottschalk. Bei einem angebotenen Aufsichtsratsposten bei ProSiebenSat.1 sei dies schon einmal der Fall gewesen.

Tele 5 (Marktanteil im September: 0,7 Prozent) beim Sprung in die Gewinnzone zu helfen, dürfte in Gottschalks eigenem Interesse liegen: Sein Vertrag sieht vor, dass er an zukünftigen Gewinnen des Senders beteiligt ist. "Ich habe Herbert Kloiber gefragt: "Was willst du - mich oder mein Geld?" - und er hat gesagt: 'Dich'", sagte Gottschalk zu den Verhandlungen über seine wirtschaftliche Beteiligung bei Tele 5. Der Spielfilmsender ("Wir lieben Kino") kann Gottschalks Prominenz gut gebrauchen, da er derzeit nach eigenen Angaben bei durchschnittlich 200.000 Zuschauern noch rote Zahlen schreibt.

bor/AP

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