Entscheidung für klassischen Entwurf: Wasserspiel als Andenken an Dianas Leben - DER SPIEGEL
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Entscheidung für klassischen Entwurf Wasserspiel als Andenken an Dianas Leben

Schon 1999 war erstmals ein Gedenkbrunnen für Prinzessin Diana angekündigt worden. Im September 2001 wurde schließlich ein Wettbewerb ausgelobt, an dem sich 100 Künstler mit ihren Entwürfen beteiligten. Jetzt, fünf Jahre nach Dianas Tod, hat die Jury ein Urteil gefällt.
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Gewonnen hat die amerikanische Landschaftskünstlerin Kathryn Gustafson. Ihr Entwurf für den Diana Gedenkbrunnen wird als "zurückhaltend und elegant" bezeichnet. Er besteht aus einem 50 mal 80 Meter großen ovalen Ring, der mit Wasser gefüllt ist. Das Denkmal, das 3 Millionen Pfund (rund 4,5 Millionen Euro) kosten wird, soll neben der Serpentine Brücke im Londoner Hyde Park angesiedelt werden. Die Arbeiten an dem Brunnen sollen sofort beginnen, damit er zu Dianas sechstem Todestag im August 2003 fertig gestellt ist.

In den letzten Monaten hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, die Jury hätte sich bereits für einen Gewinner entschieden. Doch das Komitee, an dessen Spitze Dianas ehemalige Freundin Rosa Monckton saß, konnte sich nicht einigen. Dabei gab es zwei Lager in der achtköpfigen Jury: Die einen bevorzugten ein klassisches Modell, die anderen wollten ein ultra-modernes Statement der britischen Kunst schaffen. Rosa Monckton wollte das Werk wählen, was Diana selbst am besten gefallen hätte.

In der Schlussphase des Wettbewerbs hatte die Jury die 100 Entwürfe auf zwei reduziert: das ruhigere Design von Kathryn Gustafson und die provokante Wasserpyramide des britisch-indischen Avantgarde-Künstlers Anish Kapoor. Um eine Entscheidung zwischen diesen beiden Werken herbeizurufen, musste letztendlich Kulturministerin Tessa Jowell eingreifen. Sie wog anhand von Argumenten, die ihr die beiden Lager der Jury vorlegten, ab, welcher Entwurf als Denkmal am geeignetsten wäre. "Es war absolut keine leichte Entscheidung", sagte Jowell laut BBC. "Ich hatte ein salomonisches Urteil zu fällen."

Sie habe beide Entwürfe als gelungen empfunden, sagte Jowell. "Aber es kann nur einer gewinnen und unser Gewinnerbrunnen wird ein würdiges Andenken an Dianas Leben sein." Dianas Söhne William und Harry zeigten sich gegenüber der britischen Presse zufrieden mit der Entscheidung. "Wir sind froh, dass nun mit dem Bau eines Gedenkbrunnens für unsere Mutter begonnen wird," so die beiden Prinzen. Sie bedankten sich, wie auch Ministerin Jowell, bei Rosa Monckton und ihrem Komitee für die hingebungsvolle Arbeit.

Der von Gustafson entworfene Brunnen wird aus Wasser bestehen, das vom Hügel der Serpentine Brücke in beide Richtungen in den Steinring fließt. Beide Ströme sollen in einem Teich inmitten einer geschwungenen Ebene enden. In der Nacht soll die Fläche, die bepflanzt werden soll, beleuchtet werden. Das Wasser soll flach genug sein, dass Kinder darin plantschen können.

"Die Fähigkeit, die zu berühren, mit denen man in Kontakt kommt, und gleichzeitig auch noch von denen berührt zu werden, die um einen sind - das sind zwei zentrale Eigenschaften, die man mit Diana verbindet," beschreibt die Künstlerin Gustafson ihre Arbeit. "Wir haben uns bemüht, ein Wasserspiel zu entwerfen, dass diese Merkmale ausdrückt." Das Denkmal solle ein Platz werden, an dem Menschen Ruhe und Zeit zum Nachdenken finden könnten.