Kunsthistoriker Panofsky "Michelangelo"-Manuskript in Nazi-Tresor entdeckt
Erwin Panofsky gilt als einer der bedeutenden Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Seine jahrzehntelang verloren geglaubte Habilitationsschrift über den Renaissancekünstler Michelangelo gilt, wie es Wolfgang Augustyn, Vorsitzender des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, ausdrückt, als einer der "Mythen der Kunstgeschichte."
Nun ist das Manuskript, das Panofsky 1920 verfasst hatte, in München in einem Panzerschrank, der sich ehemals im Besitz der NSDAP befand, gefunden worden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe. Panofsky (1892 bis 1968) musste Deutschland nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlassen und lehrte später in den USA.
Gerda Panofsky, die Witwe des Wissenschaftlers, kommentierte den Fund mit den Worten: "Ich war total überrascht. Das konnte doch nicht wahr sein. Ich wusste erst nicht, ob ich träumte oder wachte." Der Panzerschrank steht im Keller des Münchner Zentralinstituts für Kunstgeschichte.