"Etemad Melli": Iranische Oppositionszeitung verboten - DER SPIEGEL
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"Etemad Melli" Iranische Oppositionszeitung verboten

Sie verbreitete Zweifel über den regulären Ablauf der Präsidentschaftswahl, berichtete über Folter und Missbrauch inhaftierter Demonstranten: Die "Etemad Melli" ist die größte Oppositionszeitung Irans. Jetzt wurde das Blatt des Reformers Mahdi Karrubi erneut verboten.
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Teheran/Hamburg - Die größte iranische Oppositionszeitung "Etemad Melli" erschien am Montag nicht - sie wurde vorübergehend von der Generalstaatsanwaltschaft verboten. Das teilte die Tageszeitung der gleichnamigen Partei von Reformer Mahdi Karrubi auf ihrer Internetseite mit. Karrubi kandidierte im Mai bei der iranischen Präsidentschaftswahl.

Tageszeitung "Etemad Melli": zeitweise untersagt

Tageszeitung "Etemad Melli": zeitweise untersagt

Foto: BEHROUZ MEHRI/ AFP

Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft sei in die Druckerei gekommen und habe das Erscheinen des Blattes zeitweise untersagt, berichtete Karrubis Sohn Hussein ebenfalls auf der Internet-Seite der Partei seines Vaters.

Die Tageszeitung hatte laut Bericht der iranischen Nachrichtenagentur ISNA auf der Titelseite ihrer Montagsausgabe einen Kommentar von Karrubi geplant, in dem er auf angebliche Unterstellungen konservativer Politiker gegen ihn reagieren wollte.

Diese hatten den Oppositionsführer der Lüge bezichtigt, als er vor etwa zwei Wochen behauptet hatte, dass gefangene Oppositionelle gefoltert und vergewaltigt worden waren. Drei Tage vor dem Verbot der "Etemad Melli" verschärfte der Politiker seine Vorwürfe mit der Behauptung, einige Inhaftierte seien unter Folter gestorben - es gebe sogar Beweise.

Die "Etemad Melli" hatte zudem wiederholt über Folter und sexuellen Missbrauch von inhaftierten Demonstranten berichtet, die gegen Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl im Mai diesen Jahres protestiert hatten.

Ende Juni war die Tageszeitung schon einmal geschlossen worden. Karrubi hatte das offizielle Wahlergebnis vom 12. Juni 2009 angezweifelt, wonach Ahmadinedschad haushoch vor den Gegenkandidaten gesiegt hat.

Drei Journalisten das Blattes wurden seit den öffentlich bekundeten Zweifeln Karubis festgenommen.

Mindestens 200 Demonstranten sollen sich derzeit noch in Gefangenschaft befinden, darunter Politiker, Juristen und weitere Journalisten.

rox/dpa/Reuters/AFP

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