Eurovision-Partyfacts: Multikulti-Stampf und Divenalarm
Eurovision-Partyfacts Käse-igeln Sie sich ein!
Der Eurovision Song Contest ist ein Füllhorn der Popkultur und ein unendlicher Quell für Statistiker, in dieser Hinsicht also so etwas wie die Bundesliga für Musikfanatiker. Da ist es nur konsequent, dass sich die beiden Autoren Clemens Dreyer und Claas Triebel mal so richtig tief in die Historie des Liedwettbewerbs eingegraben, Listen aufgestellt und Number Crunching betrieben haben. "Ein bisschen Wahnsinn - Wirklich alles zum Eurovison Song Contest" heißt das Büchlein, das dabei herausgekommen ist. Und hier sind die schönsten Fakten und Anekdoten daraus - damit auch Sie, liebe Leser, mitreden und sich als echter ESC-Checker fühlen können.
"La, la, la": Die Ballaballa-Songs
Von "Pomme, Pomme, Pomme" (Luxemburg 1971) über "Bana, Bana" (Türkei 1989) bis zu "Yamma Yamma" (Finnland 1992): Der Songtitel mit Wortwiederholung ist ein Klassiker beim Grand Prix. Warum das so ist, lässt sich nur mutmaßen. Vielleicht hoffen die Textdichter, dass die Ballaballa-Songs einprägsamer sind, vielleicht fällt ihnen nichts anderes ein, womöglich glauben sie, dass das Stilmittel so etwas wie ansteckende Ausgelassenheit produziert. Erfolgreich ist die Methode nicht besonders: Erst ein Wortwiederholungstitel stand bisher auf dem Siegertreppchen - "La la la" mit der spanischen Sängerin Massiel. Die Schweiz schickte mit "Moitié, Moitié" (1987), "Piano Piano" (1985), "Djambo Djambo" (1976) und "Bonjour, Bonjour" gleich vier Doppelworttitel ins Rennen. Deutschland allerdings hatte den ersten: 1957 sang Margot Hielscher "Telefon, Telefon". Und Frankreich hält laut Dreyer/Triebel mit "Oui, oui, oui, oui" seit 1959 die Pole-Position in der Kategorie "Lied mit den meisten Wortwiederholungen".
Ausziehen, ausziehen! Der Trend zum Barfußsingen
Alberner Song, aber eine echte Novität: 1967 stelzte Sandie Shaw nicht nur im bislang kürzesten Grand-Prix-Kleid auf der Bühne herum, sie machte das auch barfuß - und sicherte sich so den ersten Platz. Erst 1983 nahmen ESC-Teilnehmer diese hübsche Idee wieder auf. Das belgische Synthie-Pop-Duo Pas de Deux kombinierte nackte Füßchen mit scheußlichen Judo-Zweiteilern, während die spanische Flamenco-Sängerin Remedios Amaya ihre Mauken nur ab und an unter ihrem bodenlangen Abendkleid aufblitzen ließ. Den schlimmsten Auftritt aller Barfuß-Performances (insgesamt sind es 13) hatte 1986 die holländische Girlgroup Frizzle Sizzle: Pudelfrisuren, pastellfarbene Bauernkleidchen - und ein grottiges Lied.
Orchesterpflicht: Als Playback noch verpönt war
Bis einschließlich 1998 war das große Orchester fester Bestandteil des Eurovision Song Contest. Bis dahin durften Instrumente nur per Playback eingespielt werden, wenn kein Mitglied des jeweiligen Rundfunkorchesters es beherrschte. Das Orchestergebot prägte die Kompositionen: Man setzte überwiegend auf hymnische, getragene Melodien, bei denen der orchestrale Klang seine volle Wirkung entfalten konnte. Zudem klangen die Lieder bei der Aufführung im Finale immer etwas altmodischer als die gängige Popmusik der Zeit. Die Abschaffung des Orchesters war eine Novellierung ganz im Sinne der Musikindustrie: Seither entspricht die Bühnenversion weitestgehend der Version, die danach zu kaufen ist.
Eurovision Looks: Vom Pop-Mainstream zur Ost-Folklore
Der schwedische Musikwissenschaftler Alf Björnberg hat die ESC-Beiträge in ihrer historischen Entwicklung analysiert - und eine ästhetische Zeitenwende nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ausgemacht. Bis etwa 1990 müsse man von einer Art "Ultra-Mainstream" sprechen, so Björnberg. Musik und Outfit basierten auf dem kleinsten gemeinsamen Pop-Nenner. Wo Folkloristisches auftaucht, wird es von der Jury bestraft - etwa 1980 bei dem türkischen Beitrag "Pet'r Oil" oder dem spanischen "¿Quién maneja mi barca?" von 1983. Nach 1990 nahm der Anteil der landestypischen Elemente sprunghaft zu. Unvergesslicher Höhepunkt dieser Entwicklung: Die Kosaken-Fantasy-Folkrock-Wummernummer "Wild Dances", mit der Ruslana 2004 für die Ukraine den Titel holte. 2011 tritt Anastasia Vinnikova mit dem patriotischen Stadionpop-Stampfer "I Love Belarus" an.
Zero points: Grand-Prix-Nullen im Wandel der Zeit
"Dann der Schlag ins Gesicht / Alles aus und vorbei" sang Ulla Wiesner 1965 im deutschen Beitrag "Paradies, wo bist du?" - und so kam es auch: Zero points, zéro points, null Punkte. Bis zum Jahre 1975 war das aber üblich: Europa war noch klein und auf Grund des Wertungssystems ein punkteloses Abschneiden nicht ehrenrührig. 34 Nullpunkter gibt es in der Geschichte des ESC. Und obwohl es angesichts des riesigen Teilnehmerfeldes heute eine echte Klatsche ist, wenn keines der abstimmenden Länder einen Punkt vergibt, bedeutet das nicht unbedingt das Ende der Karriere. Der Norweger Jahn Teigen etwa, der 1978 leer ausging, trat in den Folgejahren noch zweimal beim ESC an und blieb ein Star in seiner Heimat.
European Song Conflict: Politik, Proteste, Boykotte
Auch der ESC ist nicht frei von internationalen Konflikten. 1969 verzichtete Österreich wegen der in Spanien herrschenden Franco-Diktatur auf die Teilnahme. Bereits 1964 stürmte der erste (und einzige) Demonstrant in der Geschichte des Liedwettbewerbs aus Protest gegen Franco die Bühne. Griechenland protestierte 1975 durch Nichtteilnahme dagegen, dass auch die Türkei mitmischte und 1976 boykottierte dann die Türkei den Wettbewerb, weil die Griechen wieder dabei waren. Tunesien und Libanon zogen ihre Teilnahme 1977 bzw. 2005 wieder zurück, als sich Israel ebenfalls für den Wettbewerb anmeldete.
Gibst du mir, geb ich dir: Die bösen Länder-Seilschaften
Benachbarte Länder mit einer gemeinsamen Geschichte begünstigen sich gerne gegenseitig: Zypern etwa hat laut Autorenduo Dreyer/Triebel dem Nachbarn Griechenland insgesamt 93 Prozent aller möglichen Punkte gegeben, Griechenland hat sich mit 87 Prozent revanchiert. Nicht ganz so innig sieht es bei Dänemark, Norwegen und Schweden aus: Die drei skandinavischen Länder bescheren sich wechselseitig zwischen 37 und 66 Prozent der von ihnen zu vergebenden Points. Und Großbritannien lieferte in der ESC-Historie 55 Prozent seiner Punkte bei Irland ab, die Iren verschoben immerhin noch 40 Prozent an das Vereinigte Königreich. Den Vogel schießen die Türkei und Aserbaidschan ab: Seit 2008 - dem Jahr, in dem Aserbaidschan zum ersten Mal teilnahm - gaben sich die beiden Länder gegenseitig immer 12 Punkte - also volle 100 Prozent.
Douze Points: Die Königswertung
Die Krönung der Punktedurchgabe: Wenn die live in den Saal geschalteten Länderbeauftragten unter Jubel die höchstmögliche Punktezahl aussprechen: "Douze Points" - zwölf Punkte. Das war nicht immer so: Erst seit 1975 gibt es auf die Zwölf - seit jenem Jahr gilt die Regel, dass die Länderjurys das beste Lied mit zwölf Punkten küren und danach herunterzählen: 10, 8, 6, 5, 4, 3, 2 und 1. In den Jahren davor gab es sehr unterschiedliche Vergabesysteme. 1971 bis 1973 mussten die Lieder auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet werden. In den Jahren 1957 bis 1961, 1967 bis 1970 und 1974 hatte jedes Land zehn Punkte zu vergeben - für jeden Juror einen. Und dazwischen gab es noch jede Menge andere Regelungen.
Das Volk sind wir! Das Publikum darf abstimmen
Die Skandinavier haben es vorgemacht: Je mehr Vorentscheid, desto populärer der ESC. In Schweden und Norwegen gibt es schon lange eigene Festivals, an deren Ende der Sieger gekürt wird. In der Bundesrepublik geschah die Einbindung der Zuschauer erst im achten Jahr des Grand Prix: 1963 durften die Westdeutschen per Postkarte über den Liedbeitrag abstimmen - ebenso im Jahre 1976. In den Jahren dazwischen entschied ein Juryvotum. Seit 1989 gilt das Zuschauervotum per TED-Verfahren bzw. Televoting - aber auch nur manchmal: 2009 entschied eine interne Jury, dass das Duo Alex Swings Oscar Sings ins Rennen geht - es belegte den vorletzten Platz. Für 2011 verfügte Stefan Raab im Alleingang, dass Lena noch mal antritt - die Deutschen konnten allerdings den Song auswählen, den sie singt.
Urheberinnen: Frauenpower beim ESC
In den Fünfzigern und Sechzigern war das Komponieren, Dichten und Dirigieren Männersache, der Vortrag der Lieder und Chansons dagegen oblag gemeinhin den Fräuleins und Mademoiselles. Mit Ausnahme von Francoise Hardy, die 1963 für ihr "L'amour s'en va" eine Melodie der italienischen Sängerin Mina nahm und den Text selbst verfasste. Im selben Jahr trat laut ESC-Fibel von Dreyer/Triebel übrigens mit Nana Mouskouri die erste Frau mit Brille auf. Bis zum Jahrtausendwechsel gab es aber nur zwei Gewinnersongs mit weiblicher Urheberschaft: Die Israelin Nurit Hirsch schrieb für den Gewinnersong "A-ba-ni-bi" 1978 die Musik und dirigierte. Und die Schwedin Britt Lindeborg verfasste 1984 den Text von "Diggi-loo, diggi-ley". Im vergangenen Jahrzehnt allerdings ist der Anteil der Gewinner mit weiblichen Komponisten und Textdichtern auf rund ein Viertel angestiegen - Lenas Siegersong "Satellite" von 2010 etwa schrieb die US-Songwriterin Julie Frost.
Die heiße 17: Startpositionen statistisch gesehen
Aus statistischer Sicht haben die Sängerinnen und Sänger mit der Startposition 17 die besten Chancen auf den Sieg: Sechsmal ging der "Grand Prix" an Teilnehmer, die von der 17 aus ins Rennen gingen. Startposition 2, 16, 21 und 25 dagegen sind eher Nullnummern. In den letzten Jahren waren vor allem die hinteren Plätze erfolgreich: Von 2005 bis 2010 gewannen ausschließlich Teilnehmer mit den Startpositionen 17 bis 24.
Diven und falsche Lesben: Gender bending beim ESC
Obwohl der Eurovison Song Contest nicht zuletzt wegen seiner hohen Diven-Dichte seit jeher eine große Fangemeinde in der Schwulenszene hat, dauerte es 42 Jahre, bis das Spiel mit den Geschlechterrollen auch auf die ESC-Bühne kam: 1998 trat die Israelin Dana International an, die als Mann unter dem Namen Yaron Cohen auf die Welt gekommen war. Ihr Song "Diva" war zwar mäßig gesungene Ballermannpop-Stangenware, setzte sich aber dennoch als Siegertitel durch. Ähnlich scheußlich war der Beitrag "Ne wer, ne boisja, ne prossi", mit dem t.a.T.u. im Jahre 2003 für Russland antraten. Zwei Teenage-Lolitas mit vorgeblich lesbischen Neigungen, die sich ostentativ auf der Bühne befummeln und küssen: Der Produzent des russischen Duos versuchte auf ziemlich durchsichtige Weise, die beiden Girls zum erotischen Pop-Skandal zu machen. t.a.T.u. erreichten immerhin Platz drei. Im Jahr 2011 tritt Dana International übrigens wieder an.
Im Grand-Prix-Hinterzimmer
Der Green Room ist der Raum, in dem die Performer und Band mitsamt ihres Management-Anhangs dem Auftritt entgegenfiebern - ein Vorgang, den die Fernsehzuschauer seit 1967 per Kameraübertragung mitverfolgen können. Warum der Green Room so heißt? Alte Theatertradition - erstmals taucht der Begriff 1679 in Thomas Shadwells Theaterstück "A True Widow" auf, als Begriff für die Garderobe der Schauspieler. Theorien über diese Tradition gibt es viele: Die einen sagen, die Garderoben seien einst mit grünem Billardstoff ausgekleidet gewesen, andere verweisen auf die mit grünen Weinreben beschatteten Hinterbühnenbereiche im antiken griechischen Theater.
Televoting und Juroren: So werden Lenas gemacht
Im Jahre 2004 ließ der ESC die Sieger ausschließlich per Televoting ermitteln. Die für diesen Zwecke entwickelte Plattform Perp kann bis zu sechs Millionen Anrufe pro Stunde und 7,2 Millionen SMS verarbeiten. Eine Anrufsperre verhindert, dass die Anrufer für das eigene Land stimmen - die Daten aus den einzelnen Ländern werden zudem auf Auffälligkeiten hin überprüft. Weil sich angeblich die Anrufer aus osteuropäischen Ländern gegenseitig die Punkte zuschoben, drängten westeuropäische Länder auf eine Wiedereinsetzung des Juryvotums. 2009 führte man zusätzlich zum Televoting wieder eine Expertenjury mit je fünf Juroren pro Land ein. Die Juroren müssen aus der Musikindustrie kommen, Staatsbürger des jeweiligen Landes sein und mit dem Beitrag aus ihrem Land nicht in Verbindung stehen. Das Votum der Jury geht zu 50 Prozent in das Endergebnis ein.
Aufm Stuhl mit Klampfe: Gewinnen im Sitzen
Triumph auf dem Stuhl: Als Nicole 1982 für Deutschland die Kalte-Krieg-Schnulze "Ein bisschen Frieden" schmetterte, klampfte sie dazu im Sitzen. Sie gewann - ebenso wie Udo Jürgens im Jahre 1966 für Österreich, der sich bei "Mercie Chérie" selbst am Flügel begleitete. Wenn die Künstler kein Instrument zu bedienen haben, kommt das Rumsitzen auf der Bühne bei Publikum und Juroren offenbar nur an, sofern es sich um Iren handelt: Johny Logan gewann 1980 auf einem Barhocker mit "What's Another Year". Schon 1970 sang Dana in derselben Pose "All Kinds of Everything" und holte den Sieg. Womöglich lag's einfach an dem hübschen Liebeslied. Oder an ihrer entzückenden Zahnlücke.
Schnittiges Kürzel: Warum der ESC jetzt ESC heißt
Noch bis weit in die Neunziger war es gute Sitte, einfach vom "Grand Prix" zu sprechen - die Kurzform von Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne. An ihre Stelle ist nach der Jahrtausendwende das vollkommen stillose, aber irgendwie schnittigere Kürzel ESC getreten. Für die Austragung in Brüssel 1987 benutzte man zum letzten Mal französisch: Concours Eurovision de la Chanson. Danach hieß der Wettbewerb unabhängig vom Gastgeberland durchgehend Eurovision Song Contest. Die wechselnden Logos verschwanden 2004 zugunsten einer einheitlichen Corporate Identity. Aus dem "V" in Eurovision ist ein Herz geworden, in dem jeweils die Landesfarbe der gastgebenden Nation erscheint.
Black and White Blues: Nicht-Weiße beim ESC
Die erste Nicht-Weiße beim Grand Prix war im Jahr 1964 die Holländerin Anneke Grönloh, Tochter eines holländischen Soldaten und einer indonesischen Mutter. Die Holländer schickten laut ESC-Fibel auch die erste Afroamerikanerin ins Rennen: 1966 sang die in Surinam geborene Milly Scott. 1967 stand der in Luanda, Angola geborene Eduardo Nascimento mit seinem großartigen "O vento mudou" für Portugal auf der Bühne - der erste männliche schwarze Performer beim ESC. 1990 sang Joëlle Ursull, geboren auf Guadeloupe, für Frankreich den "Black and White Blues", eine eher schwache Komposition von Serge Gainsbourg. Den einzigen nicht-weißen Gewinner stellte Estland: Gemeinsam mit seinem Duo-Partner Tanel Banar holte der auf Aruba geborene, in den USA aufgewachsene und mit einer Estin verheiratete Soul Crooner Dave Benton im Jahre 2001 den Titel.
1 Sanmarinese = 2645 Deutsche: Stimmwerte
Da jedes Land bei der Abstimmung das gleiche Stimmrecht hat, sind die Stimmwerte in großen und kleinen Ländern unterschiedlich zu bewerten. 2010 haben 39 Länder am Contest teilgenommen, in denen insgesamt 740 Millionen Menschen leben. Sollte jede Stimme gleich wichtig sein, müsste jedes Land knapp 19 Millionen Einwohner haben. Für das Verhältnis der Kleinstaaten zu den bevölkerungsreichen Ländern Europa heißt das: Die Stimme eines Einwohners von San Marino zum Beispiel hätte beim Finale so viel Gewicht wie 595 niederländische Stimmen oder 2645 aus Deutschland.
Sprachregelungen: Multikulti-Songs und die "Free Language Rule"
Von 1956 bis 1964 war die nationalstaatliche Liederwelt noch in Ordnung: Kein Textdichter kam in diesen Jahren auf die Idee, seine Zeilen in einer anderen als der jeweiligen Landessprache zu verfassen. 1965 aber trat der Schwede Ingvar Wixell mit dem englischsprachigen Titel "Absent Friends" an. Daraufhin galt bis 1972 die Regelung, dass die Interpreten sich ihrer Landessprachen zu bedienen haben. 1973 bis 1977 setzte man diese Regelung aus, danach galt sie wieder bis 1998. Seit 1999 ist die "Free Language Rule" in Kraft - wovon vor allem das englische Idiom profitiert. Knapp über 40 Prozent der ESC-Siegersongs seit 1956 sind auf Englisch. Multikulti-Songs gibt es natürlich auch: 2007 sangen die rumänischen Todomondo in sechs Sprachen. Und 1999 hatte Eurovision-Legende Ralph Siegel für die deutschtürkische Band Sürpriz in vier Sprachen gedichtet: Deutsch, Türkisch, Englisch und Hebräisch.
Sieger der Sieger: Die besten ESC-Songs aller Zeiten
Im Oktober 2005 wurde in Kopenhagen das 50-jährige Jubiläum des Wettbewerbs begangen - mit der Krönung der besten ESC-Lieder aller Zeiten. 14 Songs kamen in die Vorauswahl - auf der Bühne standen Grand Prix-Veteranen, die die Titel interpretierten: Dana International (Israel) etwa nahm sich des spanischen Klassikers "Eres tú" von Mocedades (1973) an. Und Anne-Marie David (gewann 1973 für Frankreich) sang Nicoles 82er-Siegertitel "Ein bisschen Frieden" - der immerhin einen respektablen siebten Platz bei dem Best-Of-Contest erreichte. Sieger der Sieger wurde "Waterloo", mit dem Abba im Jahre 1974 ihre Weltkarriere begannen. Auf dem zweiten Platz landete der italienische Evergreen "Nel blu dipinto di blu", mit dem Domenico Modugno 1958 gewonnen hatte. Platz drei ging an die Schnulze "Hold Me Now", die den Iren Johnny Logan 1987 im weißen Anzug aufs Siegertreppchen brachte.