Familienbande Modedesignerin Stella McCartney wechselt zu Gucci
London - Stella McCartney (29), Tochter von Ex-Beatle Sir Paul McCartney, will nach vier Jahren an der Spitze des Modehauses Chloe zum Konkurrenten Gucci wechseln. Einem Bericht des US-Magazins "Time" zufolge will die Gucci Group (Amsterdam), einer der größten Herstelller von Luxusgütern und unter anderem Eigentümer der Marken Yves Saint Laurent und Boucheron, in den nächsten Tagen die Verpflichtung McCartneys ankündigen.
Der Vertrag McCartneys bei Chloe laufe im Juni aus, berichtete die britische Sonntagszeitung "The Observer". Chloe, deren Gewinn sich in den vier Jahren der McCartney-Ägide vervierfacht habe, habe vergeblich versucht, die Modeschöpferin zu halten. Sie werde bei Gucci eigene Mode entwerfen, dies aber vermutlich von London aus tun können. Dass sie näher bei ihrer Familie in England leben könne, habe eine wichtige Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt. Außerdem wolle sie sich durch den Wechsel von dem Image befreien, sie habe den Chloe-Job nur wegen des berühmten Vaters bekommen.
Im April 1997 machte McCartney Furore, als sie nur zwei Jahre nach Abschluss der renommierten Londoner Modeschule Central St. Martins College of Art and Design als Nachfolgerin des vorherigen Chefdesigners Karl Lagerfeld bei Chloé engagiert wurde. Binnen kurzer Zeit verhalf die damals 26-Jährige dem französischen Modehaus zu enormen Umsatzsteigerungen.
Das italienische Modehaus Gucci möchte sich zu den Gerüchten um Stella McCartney nicht äußern. Hier scheint zumindest sicher, dass nach dem Kauf des Modehauses Yves Saint Laurent eine Neustrukturierung ansteht. Unter dem Dach von Gucci, an dem der Handelskonzern PPR mit über 40 Prozent beteiligt ist, soll PPR-Chef Pinault sowie Gucci-Präsident Domenico De Sole zufolge eine neue Luxusgruppe entstehen.
Kreativdirektor dieser expandierenden Gucci-Gruppe und damit künftig auch mitverantwortlich für Saint Laurent sowie weitere mögliche Akquisitionen ist Tom Ford, der bisher nur für die Marke Gucci zuständig war. Die Einstellung eines neuen Chefdesigners für die Marke Gucci allein wäre also durchaus denkbar. Ford und McCartney sollen gut befreundet sein - auch würde McCartneys "Glamour-Faktor" mit enormem Presseauftrieb und viel Prominenz bei ihren Schauen gut zu Guccis stets spektakulären Auftritten passen.