Fernseh-Umfrage Zuschauer zappen weniger
Hamburg - Wildes Zappen beim Fernsehen - das ist offenbar längst aus der Mode: Ein Großteil der Bundesbürger kommt mit der wachsenden Zahl der TV-Programme nicht klar und konzentriert sich wieder auf weniger Sendungen. Das ergab eine Umfrage des Instituts Ipsos im Auftrag der Programmzeitschrift "Hörzu".
Mehr als jeder Zweite der 1000 Befragten ab 14 Jahren ist demnach der Meinung, das TV-Angebot sei unüberschaubar geworden. Zudem glaubt mehr als die Hälfte aller Deutschen nicht mehr an das, was im Fernsehen berichtet wird. Knapp 60 Prozent sind der Umfrage zufolge sogar der Meinung, das Programm sei dümmer geworden.
Für die Zukunft wünschen sich die deutschen Fernsehzuschauer mehr Nachrichten (57 Prozent) und mehr Unterhaltung (48 Prozent). Der Bedarf an zusätzlichen Shows scheint hingegen gedeckt. Dies wirkt sich der Umfrage zufolge unmittelbar auf die Auswahl des Programms aus: Zwei Drittel der Befragten zwischen 35 und 54 Jahren gaben an, gezielter fernzusehen als früher. Selbst die jüngeren Zuschauer mit weniger Fernseherfahrung bestätigten diesen Trend, wie die Umfrage ergab.
Die meisten Fernsehzuschauer (56 Prozent) schalten inzwischen nicht mehr zwischen den Kanälen hin und her, sondern konzentrieren sich auf eine Sendung und bleiben auch dabei. Für die Auswahl des richtigen Programms nutzen 59 Prozent eine Zeitschrift, wie die Studie anlässlich des 40. Jahrestages des Farbfernsehens Ende August ergab. "In den letzten Jahren hat sich eine neue Fernsehgeneration herausgebildet: Menschen ab 35 Jahren gehen viel bewusster an das Medium Fernsehen heran und wählen ihre Sendungen ganz gezielt aus", sagte TV-Experte und "Hörzu"-Chefredakteur Thomas Garms.
hoc/AP