Fernsehen: Keine "Unterhaltungsoffensive" beim ZDF - DER SPIEGEL
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Fernsehen Keine "Unterhaltungsoffensive" beim ZDF

ZDF-Intendant Markus Schächter hat Gerüchte dementiert, er wolle den Informationsgehalt des TV-Senders zugunsten einer "Unterhaltungsoffensive" absenken. Modernisiert wird trotzdem: Die tägliche Quizshow "Risiko" soll Dokumentationen weichen, der Osten soll stärker berücksichtigt werden.
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Mainz - Schächter plant weit reichende Programmänderungen im Herbst und Winter. "Wir werden das Programm durchgängig modernisieren, zusätzliche Programme für jüngere Zuschauer entwickeln und die Wünsche der Zuschauer in den neuen Ländern stärker berücksichtigen", sagte der ZDF-Intendant am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Mit der künftigen Struktur will sich der Fernsehrat des Senders an diesem Freitag beschäftigen.

Der seit März amtierende Intendant widersprach jedoch einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"), wonach er mehr Unterhaltung auf Kosten der Informationen für das ZDF-Programm in Betracht ziehe. "Das ZDF bleibt der Sender mit dem höchsten Informationsanteil", sagte er. "Das neue Schema wird das Informationsprofil schärfen." Die "SZ" hatte berichtet, Schächter plane eine "Unterhaltungsoffensive".

Dabei berief sich die Zeitung auf ein internes Papier des ZDF-Intendanten, in dem er seine Vorstellungen über die künftige Struktur des ZDF-Programms dargelegt hatte. Das Zitat aus dem Papier, es sei "eine moderate Absenkung des Informationsanteils am Gesamtprogramm ins Kalkül zu ziehen, um im Gegenzug fiktionale und unterhaltende Programme im Angebot stärker zu gewichten", sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagte ZDF-Sprecher Walter Kehr.

Schächter kündigte an, dass das ZDF statt der Unterhaltung am Dienstagabend und der täglichen Quiz-Show "Risiko" Dokumentationen bringen werde. Außerdem sei geplant, am Freitagabend auch um 21.15 Uhr und am Sonntag um 22.00 Uhr Krimis zu zeigen. Mehr Wiederholungen will Schächter jedoch vermeiden: "Es ist nicht geplant, den Wiederholungsanteil weiter zu erhöhen", sagte er. "Wegen der Einbrüche auf dem Werbemarkt waren wir bisher schon gezwungen, viel zu viele Wiederholungen einzusetzen."

Ein Wechsel von Bärbel Schäfer zum ZDF ist offenbar nicht vorgesehen. "Mit Bärbel Schäfer planen wir kein Format", sagte Kehr. Schäfer hatte im Frühjahr ihre RTL-Talkshow aufgegeben und war mit dem ZDF im Zusammenhang mit einem neuen wöchentlichen Magazin in Verbindung gebracht worden.