Fernsehen: Proteste gegen Arbeitslosenshow bei Neun Live - DER SPIEGEL
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Fernsehen Proteste gegen Arbeitslosenshow bei Neun Live

Die von dem Münchner Gewinnspiel-Sender Neun Live geplante Arbeitsvermittlungs-Show hat heftige Proteste ausgelöst. Der Sozialverband VdK und der Deutsche Gewerkschaftsbund plädierten dafür, die Arbeitslosen nicht zu Schauzwecken zu missbrauchen.
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Hamburg - "Arbeitsvermittlung ist eine seriöse Angelegenheit", sagte Walter Hirrlinger, Präsident des Sozialverbands VdK (Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands), am Mittwoch. "Wer Arbeitslose zu Schauzwecken missbraucht, spielt auf schamlose und menschenverachtende Weise mit den Ängsten und Hoffnungen von Menschen." DGB-Sprecherin Marion Knappe sagte der "Bild"-Zeitung: "Arbeitslosenvermittlung gehört in keine Fernsehshow. Das sollten Profis übernehmen."

Neun Live plant eine Show, in der die Zuschauer telefonisch bestimmen sollen, wer aus einer Gruppe von Arbeitslosen einen ausgeschriebenen Job bekommt. Geschäftsführerin Christiane zu Salm hatte in der "Financial Times Deutschland" gesagt, dass es auch noch andere Gründe geben müsse, warum Leute bei einem Fernsehsender anrufen wollen, außer dass sie gerade mal 100 Euro gewinnen könnten.

"Wer die Einschaltquoten auf Kosten Arbeitsloser erhöhen will, muss sich fragen lassen, ob er am richtigen Platz sitzt", kritisierte Hirrlinger. Angesichts dieser Entwicklung müsse man sich nicht wundern, wenn demnächst in medialen Pseudo-Gladiatorenkämpfen auch um Plätze in Pflegeheimen gespielt würde, so der Verbandspräsident.