Fernsehpreis 2006 Das ZDF liegt vorne
Hamburg - In der Senderwertung liegt das ZDF mit 24 Einzelnominierungen noch vor der ARD, die mit 21 Nominierungen im Rennen ist. Dahinter folgen RTL mit zehn, Sat.1 und ProSieben mit je fünf, die Dritten mit zwei und 3sat und Premiere mit je einer Nominierung.
Sechs Nominierungen erhielt allein die ZDF-Serie "Bella Block": Vier davon gingen an die Episode "Die Frau des Teppichlegers", zwei weitere an "Das Glück der anderen". Ebenfalls mit vier Nominierungen in verschiedenen Kategorien können sich die Produktionen "Dresden" (ZDF), "Die Nachrichten" (ZDF) und "Meine verrückte türkische Hochzeit" (ProSieben) Hoffnungen auf die Trophäe machen, wie das Ständige Sekretariat Deutscher Fernsehpreis mitteilte. Die RTL-"Sturmflut" ging leer aus.
Erstmals konkurrieren in diesem Jahr nicht drei, sondern gleich fünf TV-Produktionen in der Kategorie Bester Fernsehfilm miteinander. Wie die Jury mitteilte, können sich die ZDF-Produktionen "Dresden" und "Die Nachrichten", die Sat.1-Eigenproduktion "Die Luftbrücke", der ARD-Film "Der Mann im Strom" sowie die ProSieben-Komödie "Meine verrückte türkische Hochzeit" Hoffnung auf die Auszeichnung machen.
Als beste Schauspielerin wurden Iris Berben ("Silberhochzeit", ARD), Christiane Hörbiger ("Mathilde liebt", ARD) und Dagmar Manzel ("Die Nachrichten" und "Als der Fremde kam", ARD) nominiert. Bei den Männern konkurrieren Jan Fedder ("Der Mann im Strom", ARD), Herbert Knaup ("Der Mörder meines Vaters", ZDF) und Harald Schrott ("Allein gegen die Angst", ZDF) um die Auszeichnung.
"Wer das zurückliegende Fernsehjahr ausschließlich wegen seiner Events in Erinnerung behält, hat nur die Hälfte gesehen", sagte die Juryvorsitzende Klaudia Wick. "Hinter den prächtig in Szene gesetzten "Leuchtturm"-Produktionen der Sender - von "Dresden" bis zur Fußball-WM - musste sich der Programmalltag nicht verstecken: Die Jury fand auch hier viele herausragende Einzelleistungen, die sich mit den großen Produktionen durchaus messen können."
Als beste Info-Moderatoren kommen aus der Sicht der Jury drei Frauen in Frage: Anne Will ("Tagesthemen", ARD), Kay-Sölve Richter ("heute" im Morgenmagazin, ZDF) und Susanne Kronzucker ("RTL Nachtjournal"). Als beste Informationssendung wurden "Frontal 21" (ZDF), "Monitor" (ARD) und das "ZDF spezial: Krieg ohne Ende" vom 24. Juli nominiert. Die beste Serie wird aus den Produktionen "Die Familienanwältin" (RTL), "Freunde für immer - das Leben ist rund" (Sat.1) und "Türkisch für Anfänger" (ARD) ermittelt. In der Kategorie Beste Unterhaltungssendung nehmen es "Let's Dance" (RTL), "Scheibenwischer - die Gala" (ARD) und "Wer wird Millionär? Promi- Special" (RTL) miteinander auf.
Der Ehrenpreis der Stifter geht an den Ex-Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Friedrich Nowottny. Hinzu kommen zwei Nachwuchs-Förderpreise im Wert von jeweils 15.000 Euro. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 verliehen. Die Gala findet am 20.Oktober im Kölner Coloneum statt und wird von der ARD um 20.15 Uhr übertragen. Moderator ist Jörg Pilawa. Ausnahmweise ist die Veranstaltung dieses Mal an einem Freitag - der Grund: An dem Tag hat Bundespräsident Horst Köhler Zeit, um die Laudatio auf Nowottny zu halten.
hoc/ddp/dpa