Fernsehquoten: Millionen sahen Fischer-TV - DER SPIEGEL
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Fernsehquoten Millionen sahen Fischer-TV

Joschka Fischers Aussage-Marathon vor dem Visa-Ausschuss erreichte ein Millionenpublikum. Beim Dokumentations-Kanal Phoenix schalteten während der 14-stündigen Live-Übertragung insgesamt sechs Millionen Zuschauer ein. Auch n-tv und N24 verzeichneten Quotenzuwächse.
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Berlin - Durchschnittlich verzeichnete der von ARD und ZDF betriebene Doku- und Ereigniskanal Phoenix während der 14-stündigen Übertragung der Fischer-Befragung 400.000 Zuschauer, insgesamt waren es laut Senderangaben rund sechs Millionen. Das entspricht einer Rekordquote von 4,0 Prozent. Zu Spitzenzeiten kam der Sender nach eigenen Angaben auf rund 10 Prozent.

Beim privaten Nachrichtensender n-tv schauten insgesamt 3,7 Millionen zu (Durchschnitt: 200.000). Die Bilanz der ersten Live-Übertragung einer Minister-Aussage vor einem Untersuchungsausschuss sei "sehr, sehr positiv", sagte ein Sprecher von n-tv. N24 erreichte bis 18.00 Uhr 530.000 Menschen von 14 bis 49 Jahren (Durchschnitt: 100.000). Die Einschaltquote von 1,0 Prozent lag leicht über dem Durchschnitt, wie Sprecher Thorsten Pütsch sagte. Unter dem Strich sei die Fischer-Aussage "nicht so herausragend" angekommen wie andere Großereignisse. Die Quote stehe aber gar nicht im Vordergrund. Vorrangig sei, dass man mit der Live-Übertragung die Arbeit des Ausschusses transparent gemacht habe.

Nach Auffassung der Phoenix-Programmleitung hat die Übertragung gezeigt, dass offensichtlich wieder ein großes Interesse an Politik besteht, wenn sie dem Publikum authentisch vermittelt werde. Der Sender will sich nun weiter darum bemühen, bei künftigen Übertragungen die Regie zu übernehmen. "Den Anspruch, über die Bilder selbst zu bestimmen, möchten wir nicht aufgeben", hieß es in einer Erklärung. Bei den ersten Übertragungen aus dem Untersuchungsausschuss hatte das Bundestagsfernsehen Regie geführt.

Auch die Mitglieder des Ausschusses bewerteten die Fernsehübertragung positiv. SPD-Obmann Olaf Scholz sagte, es sei eine "gute Entscheidung" gewesen, die TV-Kameras zuzulassen. Auch Grünen-Obmann Jerzy Montag, der zunächst sehr skeptisch war, zeigte sich zufrieden. Eine TV-Übertragung sorge bei den Ausschussmitgliedern für Disziplin, sagte er. Die Gefahr, dass die Öffentlichkeit des Themas Visa-Missbrauch durch die Fernsehübertragung überdrüssig werde, sah Unions-Obmann Eckart von Klaeden nicht. Die Fragen an den Zeugen Fischer seien auch nicht am Fernsehpublikum ausgerichtet gewesen, versicherte der CDU-Politiker.