Filmregisseur Bernhard Wicki gestorben
München - Der gebürtige Österreicher, der die Schweizer Staatsangehörigkeit besaß, war mit seinem Antikriegsfilm "Die Brücke" aus dem Jahre 1959 weltberühmt geworden.
Bernhard Wicki gehörte zu den Regisseuren und Schauspielern, die den deutschsprachigen Nachkriegsfilm am stärksten geprägt haben. Mit humanistischem Anspruch ging er an seine Werke, die auch international große Anerkennung fanden.
"Die Brücke" ist ein erschütternder und kompromissloser Anti-Kriegsfilm über das Schicksal einer Gruppe von Schülern, die als letztes Aufgebot bei Kriegsende 1945 auf einer Brücke ums Leben kommen. Zu den Schauspielern gehörten Volker Lechtenbrink und Fritz Wepper.
Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1989 erhielt Wicki in Berlin ein zweites Mal für diesen Film das Filmband in Gold. Insgesamt bekam er das goldene Filmband sechsmal, zuletzt 1990 für seine Joseph-Roth-Verfilmung "Das Spinnennetz" mit Klaus Maria Brandauer und Ulrich Mühe.
Der am 28. Oktober 1919 im österreichischen St. Pölten geborene Wicki wuchs in Wien auf und wurde am dortigen Reinhardt-Seminar sowie bei Gustaf Gründgens an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin ausgebildet. Nach Bühnenrollen in Zürich, Basel, Bremen und München brachte ihm die Rolle des fanatischen wie gerechten Partisanenführers in Helmut Käutners Film "Die letzte Brücke" 1954 den Durchbruch als Filmschauspieler.
Viele höchst unterschiedliche Rollen auf der Leinwand folgten. Wicki spielte neben Lieselotte Pulver und Paul Hubschmid in dem Kinoerfolg "Zürcher Verlobung". Als Filmregisseur trat er mit "Das Wunder des Malachias" (1961), "Der Besuch" (1964/USA), "Die Eroberung der Zitadelle" (1977), "Die Grünstein-Variante" (1984) oder "Sansibaroder Der letzte Grund" (1987) hervor.
Nach der "Brücke" wurde Wicki auch als Regisseur international tätig - unter anderem drehte er "The Visit" mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn und "Morituri" mit Marlon Brando.
In erster Ehe war Wicki mit der Schauspielerin Agnes Fink verheiratet, ein Jahr nach ihrem Tod heiratete er 1995 die Schauspielerin Elisabeth Endriss.