Stinkefinger-Affäre Griechisches Gericht lässt "Focus"-Leute vom Haken
"Focus"-Titel vom Februar 2010: Bezog sich "auf das Handeln griechischer Politiker"
Foto: Marc Müller/ dpaAthen/Hamburg - Helmut Markwort und seine Kollegen vom "Focus" können aufatmen: Ihre umstrittene Titelgeschichte über Griechenland in der Ausgabe vom 22. Februar 2010 hat nach dem Urteil eines griechischen Gerichts keine weiteren Folgen. Es liege keine Verunglimpfung griechischer Nationalsymbole vor und auch keine Verleumdung oder üble Nachrede.
Der damalige Chefredakteur Markwort und seine Mitarbeiter waren von sechs griechischen Anwälten angeklagt worden, nachdem die Fotomontage der berühmten Statue der Venus von Milo mit ausgestrecktem Mittelfinger auf dem Magazintitel in Griechenland für Empörung gesorgt hatte - erst recht mit der nebenstehenden Überschrift "Betrüger in der Euro-Familie - Bringt uns Griechenland um unser Geld?"
Der freie Journalist Klaus Bötig, der an der "Focus"-Titelgeschichte mitgearbeitet hatte und zu den Angeklagten zählte, kommentiert den Ausgang des Verfahrens auf seinem Blog : "Es war alles wie das Hornberger Schießen - nur teurer." Nun müsse das alte Auto noch ein paar Jahre länger gefahren werden.
Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es - juristisch nicht ganz korrekt - die Angeklagten seien freigesprochen worden. Tatsächlich wurde nur Markwort vom Vorwurf der Verunglimpfung griechischer Nationalsymbole freigesprochen. Die Verfahren gegen die anderen Journalisten wurden eingestellt.