Fotograf Dirk Alvermann: Von Düsseldorf bis Algerien
Sozialkritischer Fotoreporter Dirk Alvermann ist tot
Hamburg - Er galt als einer der besten Reportagefotografen Nachkriegsdeutschlands, war aber Autodidakt. Seine Schwarzweißbilder waren atmosphärisch dicht und geprägt von seiner Neugier auf Menschen.
1937 in Düsseldorf geboren, dokumentierte Dirk Alvermann am Anfang seiner Karriere das Leben in seiner Geburtsstadt. Die Eindrücke der zerstörten aber weltoffenen Stadt hielt der Teenager in dem Band "Klein Paris" fest. Er fotografierte Frauen und Männer bei der Arbeit, Umbrüche und Brüche in der Nachkriegsgeschichte, Kinder auf der Straße, politische Versammlungen. Hauptaugenmerk war immer der Alltag.
Fotogeschichte schrieb er wenige Jahre später: 1957 dokumentierte er den Freiheitskrieg in Algerien und zeigte, wie die Algerier das Leben der Besatzer ertrugen und sich ein bewaffneter Widerstand bildete. Sein Fotoband "Algerien-L'Algerie" ist ein klares Statement für den Befreiungskampf. Das Antikolonialistische und Sozialkritische war prägend für seine Fotografie, hier hielt er Milieu und Militärdiktatur fest. Fotoreportagen über Spanien, Albanien, Italien und England folgten und wurden unter dem Titel "Streiflichter" publiziert.
Im Jahr 1959 zog Alvermann nach West-Berlin, 1966 siedelte er in die DDR über, widmete sich dem Film sowie der Schriftstellerei und wurde in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen. Aus der Fotografie zog er sich Ende der siebziger Jahre immer mehr zurück.
Nach Angaben des Steidl-Verlags ist Dirk Alvermann am Dienstag in Carlow-Neschow, Mecklenburg-Vorpommern, gestorben. Hier lebte er die vergangenen drei Jahrzehnte zurückgezogen.