Fuckparade: Demo gegen das Demoverbot? - DER SPIEGEL
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Fuckparade Demo gegen das Demoverbot?

Die Veranstalter der Anti-Love-Parade "Fuckparade" wollen ihren Umzug am kommenden Samstag notfalls ohne Wagen als herkömmliche Demonstration stattfinden lassen - aus Protest gegen die gerichtliche Einordnung als Massenparty.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Sollte eine am Montag beim Bundesverfassungsgericht eingereichte Revision gegen das Urteil des Berliner Oberverwaltungsgerichts (OVG) scheitern, werde es am 14. Juli statt eines Musikumzugs eine "Demo wie bei den 68ern ohne Wagen" geben, sagte der Fuckparade-Sprecher Martin Kliehm.

Das Berliner OVG hatte am Freitag die Fuckparade ebenso wie die eine Woche später startende Love Parade nicht als Demonstration, sondern als Massenparty gewertet. Damit müssten die Veranstalter die Kosten für Müllbeseitigung, Absperrungen und etwaige Schäden tragen.

Diese Kosten wollen die Veranstalter der Fuckparade auf keinen Fall übernehmen. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe erwarten sie bis Mitte der Woche. Die Veranstalter könnten belegen, dass sie seit 1997 politische Ziele verfolgten, sagte Kliehm. Die Fuckparade sei weniger kommerziell als die bekanntere Love Parade und tritt in diesem Jahr mit Botschaften wie "Keine Party ist illegal" oder "Lebenswerte Städte statt Hauptstadtwahn" an.

Ironischerweise darf der ebenfalls für den 14. Juli veranschlagte "Carneval Erotica", eine weitaus weniger politische, dafür aber äußerst freizügige Veranstaltung zum Schutz der "hedonistischen Lebenskultur", bis auf weiteres als Demonstration firmieren - offenbar, weil während des Umzugs einzelne Vorträge geplant sind.