Gemälde verifiziert Die Mohnblumen sind von Van Gogh
Stillleben "Vase mit Mohnblumen"
Foto: Uncredited/ Wadsworth Atheneum Museum of Art/ AP/ DPA1957 hatte die lokal ansässige Schriftstellerin Anne Parrish Titzell dem Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford (US-Bundesstaat Connecticut) das Ölgemälde mit einer Vase voller Mohnblumen vermacht. Dort wurde es als Van-Gogh-Original ausgestellt.
In den Achtzigerjahren wurde es jedoch bis heute ins Archiv verbannt, nachdem ein Streit über die Echtheit des Bildes ungeklärt blieb.
Forscher des Van-Gogh-Museums in Amsterdam haben nun jedoch nach akribischer Untersuchung der verwendeten Materialien und Stilistik zweifelsfrei feststellen können: Es ist echt. Der niederländische Maler Vincent Van Gogh (1853-1890) habe es 1886, kurz nach seiner Ankunft in Paris angefertigt. Die Kunst-Forensiker fanden unter der Mohnblumen-Darstellung außerdem Überreste eines vorherigen Gemäldes, das der in armen Verhältnissen lebende Van Gogh übermalt hat, um Geld und Leinwand zu sparen. Teile eines Männerporträts sind im Röntgenbild unter der Farbe zu erkennen.
Wie der Van-Gogh-Experte Martin Bailey in "The Art Newspaper" schreibt , hatte der Künstler im Herbst 1886 einen Brief an seinen britischen Freund Horace Livens geschrieben, in dem er schildert, wie er den Sommer damit verbracht habe, eine Serie von Farbstudien zu erstellen, indem er einfache Blumen malte, "roten Mohn, blaue Kornblumen und Vergissmeinnicht".
Van Gogh, heute als Genie gefeiert, gilt als zu Lebzeiten verkannt. Er verkaufte nur wenige Gemälde und litt unter Geldnot. Zudem malte er die meisten Gemälde, die man heute kennt und als millionenschwere Kunstschätze hütet, erst in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod. Erst im Februar wurde in San Francisco ein ebenfalls aus der Pariser Zeit Van Goghs stammendes Stillleben mit Haselnüssen und Früchten als echt verifiziert. Ebenso wie die Mohnblumen aus Connecticut galt es lange Jahre als Fälschung.