Goethe-Institut: Millionengrab in Kiew - DER SPIEGEL
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Goethe-Institut Millionengrab in Kiew

Scherereien mit der ukrainischen Baufirma: Eine neue Niederlassung des Goethe-Instituts in Kiew droht noch vor der Fertigstellung zum Millionengrab zu werden.
Von Henning Hinze
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Ursprünglich sollten die Institutsmitarbeiter im Jahr 2001 aus ihren provisorischen Büros in das neue Gebäude umziehen. Doch zwei Jahre später fehlen auf dem sanierungsbedürftigen Altbau noch immer Teile des Dachs. Das für die Vertragsvergabe zuständige Bundesamt für Bauwesen und Raumplanung (BBR) in Bonn kündigte inzwischen die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Baufirma NSI Construction; die Firma hatte ihre Arbeiter nach einem Streit um Terminabsprachen von der Baustelle abgezogen. Mulmig wurde es den Beamten, als bei Nachverhandlungen im halbfertigen Gebäude zwei Galgenstricke von der Decke baumelten.

Nun bereitet das Amt unter Zeitdruck eine neue Auftragsvergabe vor. Selbst Optimisten erwarten eine Fertigstellung inzwischen nicht mehr vor dem Spätherbst 2004. Verzögerung und Neuvergabe könnten nach Schätzungen Dritter Mehrkosten von bis zu einer Million Euro verursacht haben - bei einem ursprünglichen Gesamtetat für den Bau von 2,7 Millionen Euro. Dass sich das Geld einklagen lässt, ist unwahrscheinlich. Denn die ukrainische Baufirma hatte für den Sanierungsvertrag mit dem BBR die auf den Virgin Islands registrierte Firma Construction International zwischengeschaltet - eine auch bei Geldwäschern beliebte Konstruktion. Die deutschen Beamten akzeptierten das pikante Detail, weil die Firma für andere Auftraggeber in Kiew zuverlässig gearbeitet hatte. Unter anderem hatte sie die in einem anderen Teil des Gebäudes untergebrachten Räume des British Council fertig gestellt.